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 USA - Europa 15.10. -16.11. 2006

Weltreiseberichte Okt. 2005 - Dez. 06km 38269 - 39206 Houston - Freiburg, Deutschland


Nach über 22 Stunden steigen wir bei Sonnenschein und angenehm herbstlich Luft am 16. Oktober in Amsterdam zum dritten und letzten Mal aus dem Flugzeug.
Houston, Chicago, Dublin und Amsterdam, knapp 12 Stunden in der Luft, mit 800 km/h rasen wir nach Europa, ca. 10.000 km legen wir dabei zurück und 7 Stunden wurden uns geklaut. Eben noch in Texas sehen wir uns plötzlich in befremdend vertrauter Umgebung in Amsterdam, Pizza essend beim Italiener wieder...
Fliegen ist einfach nicht unsere Reisestil!


Die Häuser sind richtig alt und schön anzusehen. Eine Innenstadt die zum Bummeln einlädt hatten wir auch schon lange nicht mehr. Alles ist sehr vertraut und dennoch irgendwie befremdend - der Jetlag ist da, doch wir genießen den Film der da gerade mit uns läuft!

Wieder in Deutschland
Wir müssen noch knapp zwei Wochen warten, bis unsere Motorräder in Bremerhaven ankommen. Diese Zeit verbringen wir im Ruhrgebiet und Bergischen Land. Carstens Cousin Joachim ist so nett und holt uns in Amsterdam ab. Wir besuchen Carstens Omi, Onkel Günther und seine Frau Ulla. Unsere lieben Freunde Dani, Oli und Marlene nehmen uns während der Wartezeit in ihrer Wohnung in Essen herzlich auf. In Bochum treffen wir Nicola wieder, mit der wir zusammen eine großartige Zeit im sibirischen Winter verbracht haben.
Das Gefühl alles zu kennen und doch ist alles so fremd bleibt jedoch.

Die letzte Tour - in vier Etappen Richtung Heimat
"Haben Sie etwas zu verzollen?"

Die Spedition welche unsere treuen Motos wieder nach Deutschland brachte war sich nicht so sicher was die Zollformalitäten anging und hat jede Menge Papiere angefordert. Das sind wir ja bereits gewohnt, wundern uns zwar ein wenig, stellen aber alles zusammen und stehen nun, nach langer Zeit endlich wieder im Sattel, vor der freundlichen Dame am Zoll in Bremerhaven.
"Nichts anzumelden? Ah, deutsche Nummer. Na dann ist ja alles klar."
Das wars, wir sind wieder auf deutschen Straßen unterwegs, absolut ohne Probleme.

Ein Sturmtief mit lausigem Sauwetter macht die Fahrt von Bremerhaven nach Essen zu einem nass-kalten Ritt und die Fahrweise der Deutschen auf der Autobahn trägt auch nicht unbedingt zur Erheiterung bei. Aber wir freuen uns dennoch endlich wieder on the road zu sein.
Auch nach dem langen, belastenden Einsatz der vergangenen 21 Monate hält uns rukka halbwegs warm und trocken und so kommen wir nur mit nass-kalten Füßen erneut bei unseren Freunden in Essen an.

Das Wetter bessert sich je weiter wir nach Süden kommen, die Autobahn rauscht unter uns durch, Wiesbaden erreichen wir trocken und bei gelgentlichem Sonnenschein.
Heri, Beate und die kleine Sabrina haben wir in Tunis kennengelernt. Sie haben uns nicht vergessen und das Wiedersehen in Wiesbaden ist herzlich. Wir verbringen einen sehr schönen Abend zusammen und Bea begleitet uns am nächsten Morgen noch ein paar Kilometer mit der Transalp.
Die Sonne lacht, es ist trotz Autobahn schön zu fahren und wird noch schöner als wir endlich bei Pforzheim in den Nordschwarzwald abbiegen.

Wie alte Bekannte empfangen uns Lothar und Birgit von rukka Deutschland - obwohl wir uns eigentlich nur einmal auf der Intermot in München vor über zwei Jahren gesehen haben.
Es ist schön, auch in Deutschland so viele Freunde zu haben, die immer ein Plätzchen für uns frei haben und wir genießen einen geselligen Abend mit Spätzle und Tannenzäpfle :D


Südbaden empfängt uns mit dem bekannten Sonnenschein, die Fahrt durch den Schwarzwald macht Spaß und ist trotz Freude auf den Empfang bei Alex' Eltern viel zu kuz.
Nach nur 92 Kilometern tuckern wir hupend und mit feuchten Augen durch Elzach. Die Wiedersehensfreude unter dem großen "Willkommen daheim!" Plakat ist riesig, der Empfang herrlich und bei allerlei Leckereien genießen wir den ersten Abend in der Heimat seit langer Zeit.

Die ersten Tage im "Ländle" sind geprägt von wunderschönen Wiedersehensempfängen bei Freunden und Verwandten, jeder Menge Erzählungen, Fragen und unendlich vielen Köstlichkeiten.

Ankommen?!
Zwar haben wir den Jetlag vom Flug seit einer Weile schon bewältigt, jedoch fühlen wir uns erneut wie in einem Film, der einerseits gefällt aber auch anstrengend ist.
Noch eine ganze Weile sind wir mit Ankommen beschäftigt und froh mit der gründlichen Renovierung unserer neuen Wohnung ein wenig Ablenkung zu haben.
21 Monate und sieben Tage waren wir als Nomaden unterwegs, die allermeiste Zeit davon in unserem "Gute-Laune-Zelt". Es fällt nicht leicht und obwohl wir bereits seit Juni 2006 wußten das wir im November wieder zu Hause sein werden, vermissen wir das Nomadenleben sehr.
Nun müssen wir uns wieder an das "normale" Leben gewöhnen.

Natürlich haben wir überhaupt keinen Grund zu klagen, wir haben mal wieder furchtbar viel Glück. Eine wirklich tolle Wohnung, beide haben wir auch bereits wieder einen Job in Aussicht, viele liebe Freunde und Familie...
Doch es bleibt das Gefühl nicht so recht in diese geregelte Welt zu passen, nicht passen zu wollen, aber doch sollen...

Wir sind sehr froh, dass wir uns Zeit zum Einleben nehmen können. Vor unserer Reise wurden wir oft gefragt: "Werdet ihr nach solch einer langen Auszeit nicht Probleme bekommen in Deutschland wieder Fuß zu fassen?"
Wir haben darauf geantwortet:" Wenn wir es schaffen mit Motorrädern um die Welt zu fahren, dann schaffen wir es auch wenn wir zurück in Deutschland sind!"

Im Moment ist es auch einfach spannend unsere Umgebung, Veränderungen, Alltägliches aus einem ganz neuen Blickwinkel zu sehen.
Darüber und wie es sich sonst so anfühlt wieder in Freiburg zu sein berichten wir in unserem nächsten, letzten Beitrag.

Bis dahin herzliche Grüße aus Freiburg von Euren heimgekehrten Nomaden,

Alex & Carsten





 
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Weltreiseberichte Okt. 2005 - Dez. 06





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