3273 km durch Östereich, Italien, Slowenien, Kroatien und Griechenland...
Griechenland
hatten wir eigentlich schon öfters bereist, jedoch -leider!- noch nie
mit den eigenen Motorräder und noch nie über den Landweg
(naja...versucht haben wir's ;-) und so eine kleine 'Probefahrt' vor
der großen Reise bot sich ja auch mal an...
Also machten wir uns am Mittwoch den 28. August 2003 mit unseren beiden Motorrädern auf den Weg in den Süden.
Geplant
war die Strecke von Freiburg i.Brsg. über Österreich mit Bregenzer
Wald, Lech- und Stubaital, gefolgt vom Gailtal nach Villach und
Ljubljana / SLO.
Kroatien war bis Dubrovnik vorgesehen und von da an eine Fähre nach Igoumenitsa / GR...
ja, Theorie und Praxis, aber lest selbst...
Mittwoch, 27.08.
Wir starten bei strahlender Sonne und frohen Mutes in Freiburg Richtung
Donaueschingen über die neue B31 und legen in Überlingen eine kleine
Kaffepause ein.
Über die etwas langweilige und oft verstopfte B31 / E54 ging es weiter über
Lindau nach Bregenz / A, wo wir kurz die Autobahn benutzten. Später hörten
wir von einer Touristin, die für dieses kurze Stückchen ( es sind wirklich nur wenige
hundert Meter...) schon 4 Tage Gefängnis aufgebrummt bekam...
Über die L190 und die L200 durch schöne Täler mit viel Verkahr gelangten wir
schließlich nach 230 km zu unserem ersten Schlafplatz in Mellau.
Donnerstag, 28.08.
Gut erholt und verköstigt starten wir bei Sonnenschein über den Hochtannenberg Pass (1675m)
und St. Anton (ohne Schnee sieht's hier nicht gerade verlockend aus...) ins Ötztal.
Hier finden wir in einem Seitental bei Zwieselstein einen gemütlichen Platz
für unser Zelt und machen nach ca. 160 km Rast, da wir Timmelsjoch frisch und
ausgeruht am nächsten Tag erklimmen wollen.

Freitag, 29.08.
Trotz unserer Höhe von 1450m und einigen Gewittern war die Nacht erträglich - nur der
ständig aufkommende Regen macht uns etwas Sorgen.
Nachdem noch kurz ein Leidensgenosse aus Berlin vorbeischaute und sich auch nicht sicher war, ob
es geschickt ist trotz dem Sauwetter auf's Timmelsjoch zu starten, haben wir dann die
nächste Regenpause genutzt und es doch gewagt.
Die ersten Kilometer waren noch halbwegs trocken, dann nahmen Regen und Wolkendichte zu. An der
Mautstelle ( 8,- EUR pro Motorrad - ob das wirklich sein muss?) machte man uns auch keine Hoffnung auf
Wetterbesserung und nach der Passhöhe auf 2509m waren wir bei Sichtweiten von 5 - 10m auch noch
zum Schritttempo verdammt.
Bestimmt ein sehr schöner Pass, nur haben wir leider nicht viel davon gesehen...
Nach dem Abstieg haben wir in Moso i.P. (nach erneuten Regenfällen) entschieden, den
Jaufenpass sausen zu lassen und den direkten Weg nach Süden einzuschlagen. Also direkt Richtung
Meran / Bozen - kurzer Hoffnungsschimmer bei einem Wolkenloch über Meran, dann aber tiefe
Ernüchterung in Bozen.
Bei einem Stopp unter einer Brücke, stand die Honda innerhalb weniger Minuten bis zum
Felgenrand im Wasser und da wir keinen trockenen Stoff mehr spüren konnten, sind wir in die
nächste Pension geflüchtet.
Die Zeitungen sprechen von Wetterbesserung - wir lassen es weiter gewittern und schlafen nach 110
nassen km müde ein.
Samstag, 30.08.
8.00 Uhr, der Wecker piepst und die Sonne scheint! Nix wie raus aus den Federn, nach
Frühstück für uns und Kettenfett / Motoröl für die Motorräder geht's
weiter über die E66 Brixen - Bruneck bis Toblach.
Hier endlich könne wir der Blechlawine entkommen (der Brennerpass war wegen eines
Radrennens gesperrt...) und die Fahrt über den Kreuzbergpass ( 1636m ) bis Rigolato
geniessen. Nach kurzer Pause weiter Richtung Süden - über Udine nach
Grado.
Nach Udine sehe ich die Abfahrt nach Grado zu spät und schaffe es gerade noch
abzubiegen. Alex schafft es leider nicht mehr und rauscht erst einmal vorbei - Mist!

Nach der Abfahrt halte ich an und habe schon das Handy in der Hand, da taucht sie plötzlich
wieder im Rückspiegel auf. Wie sie es auf der 4-spurigen Schnellstraße geschafft hat so
rasch zu wenden, werde ich wohl nie erfahren... ;-)
Ein nett auf einem alten Festungsgelände angelegter - nur, wie wir später merkten
völlig mückenverseuchter - und sauberer Campingplatz kurz nach Grado ( 'Camping Al
Bosco' ) nimmt uns für 17,- EUR ( Duschen 3min 0,30 EUR ) auf.
Kurzer Sprung ins braune Adriawasser ( Hauptsache endlich am Meer...! ), noch ein kurzer Disput
mit unserem Benzinkocher und nach später Mahlzeit und trockenen (!) 297 km hundemüde ins
mückenfreie Zelt.
Sonntag, 31.08.
13.00, wir machen uns über eine kleine Verbindungsstraße ( lt. Karte, in Wirklichkeit ist sie
mittlerweile zu einer dicken Hauptstraße geworden...) und Monfalcone auf den Weg nach Triest
(hier blieb dann auch plötzlich mein Tacho stehen - hatte wohl keine Lust mehr auf Sauwetter...). Mit leerem
Tank könne wir kurz vor der slowenischen Grenze endlich wieder tanken (chiuoso heisst geschlossen - seit heute
kennen wir dieses Wort, da sonntags in Italien anscheinend die Tankstellen 'chiuoso' haben).
Der freundliche Zöllner des kleinen Grenzübergangs an der Küste (von Muggia der
kleinen Küstenstraße folgend nach Lazaretto) lädt uns auch gleich ein bei sich zu
warten - über der Küste braut sich gerade ein kleiner Orkan zusammen (da ist es wieder, 'unser' Tief...).

Wir beschließen seinem Rat im Cafe an der Grenze zu befolgen und kaum sitzen wir, tost der Sturm
auch schon richtig los...
Nach einer halben Stunde hat sich alles wieder beruhigt und wir starten wieder Richtung
Istrien / Kroatien. Wir folgen der E751 über Portoroz und an der kroatischen Grenze erwartet
uns mal wieder ein kleiner Regenschauer, aber wir halten durch! Bis
Groznjan auf der E751, dann runter Richtung Novigrad, durch das Tal des Flusses Mirna.
Dann hat es uns wieder - 'unser' Tief schlägt mit einem kräftigen Gewitter zu und zwingt uns zu
einem Stop unter dem Grillplatzdach eines Restaurants. Nach diesem kurzen Intermezzo schlingern wir über die
jetzt spiegelblanken Straßen und die tlw. schöne Küstenstraße bis Porec. Hier
wird das Weiterfahren durch erneute Schauer und die erwähnten 'Seifenstraßen' zur waghalsigen
Angelegenheit und auch die einheimischen Motorradfahrer haben die Füße am Boden und raten uns
anzuhalten.
Also die Plava Laguna angefahren - eine riesige Massentourismus-Anlage! - nix wie weg! Aber auch der
nächste Campingplatz ist nicht viel besser, aber wir wollen nicht mehr... Nach 165km bleiben wir dann
für 15,- EUR notgedrungen auf der Zelena Laguna. Nach dem verdienten Abendessen verlaufen wir uns noch
kurz auf der Suche nach unserem Zelt. Als wir es finden, tönte auch schon feinste Ballermann-Musik von einer
nahegelegenen Camping-Disco herüber...
Montag, 01.09.
Im Sonnenschein aufgewacht und nach kurzer Kettenpflege flüchten wir von diesem ungemütlichen Platz und
machen uns an Radarfallen vorbei auf den Weg nach Rijeka, wo auf unserer Generalkarte eine Fähre nach
Igoumenitsa / GR eingezeichnet ist - wir wollen jetzt endlich in die warme Sonne, aus der wir eigentlich
kamen...!
Über die 302 und 48 bis Pazin und dann die neue 3 direkt nach Rijeka. Von der unfreundliche
Dame im 'Jadrolinija'-Fährbüro erfahren wir dann, dass es keine Fähre nach GR gibt...!
Also umplanen: wir fahren zuerst auf die wunderschöne Insel Korcula um dann am Mittwoch über
Dubrovnik nach Brindisi / I überzusetzen.

Bis die Fähre startet haben wir noch etwas Zeit und sehen uns die Innenstadt von Rijeka an. Eine
schöne Stadt aus der Nähe, mit alten Häusern und einer lebendigen Fußgängerzone.
Nach nur 96km fahren wir, von einzelnen Regentropfen verabschiedet, mit der F/B 'MarkoPolo' der
'Jadrolinija-Linie' in die Nacht...
Dienstag, 02.09.
Nachdem uns nachts 'unser' Tief wieder eingeholt hat wachen wir beim Anlegen in Hvar bei strahlender Sonne
auf. Endlich den Süden riechen und fühlen...!
Dann haben wir einen Tag Aufenthalt auf Korcula.

Nachdem wir einmal quer über die Insel auf der 118 gefahren sind, entscheiden wir uns für einen kleinen,
gemütlichen Campingplatz (Camping Milina, in einem Garten eines sehr netten Ehepaares - Platz für
max. 10 Zelte) vor Lumbarda.
Die Insel ist sehr schön, duftet nach Pinien und die Hauptstrasse bietet herrliche Ausblicke auf den
Korculanski- und Lastovski-Kanal. Hier kann die Seele endlich baumeln...schade, dass unsere Fähre morgen
weiterfährt!
Mittwoch, 03.09.
Nach nächtlichem Nieselregen und Sturm ('unser' Tief sucht uns wohl...?) doch noch im Sonnenschein
aufgewacht, 10,- EUR bezahlt und noch zum Stadtbummel nach Korcula. Eine schöne alte Stadt mit Scharen
von Touristen, aber wir geniessen noch einen Kaffee am kleinen Hafen, richten unser Fährengepäck und
klettern gegen 15.00 auf die uralte und leicht überfüllt wirkende Fähre nach Dubrovnik, wo
wir um 18.00 Uhr einlaufen.
Von dieser, durch viele traurige Nachrichten bekannten Stadt, hätten wir beinahe ein völlig falsches
Bild mit auf unsere Reise genommen.
Wir kannten uns nicht aus und haben das Hafenviertel und seine Vororte mit den vielen neuen und
hässlichen Häusern für die Stadt gehalten. Dazu die energischen -aber immer höflichen-
'rooms'-Frager am Hafenzaun. An einigen Häusern sind noch verpuzte Einschusslöcher zu sehen und die
Menschen wirken arm und unglücklich.
Wir dachten es gäbe kaum noch alte Häuser und der Krieg hätte damals alles zerstört...
Zum Glück trafen wir einen sehr netten Kroaten, der uns über die lebendige und wieder internationale
Altstadt erzählt, die kaum beschädigt wurde.
Wir lauschten auch gebannt seinen Erzählungen von den Zeiten vor, während und nach dem schrecklichen
Krieg, in dem nicht nur die Armee mit grausamen Mitteln gemordet hat... Er versuchte uns eine Erklärung
für diesen Krieg zu geben - fand aber auch keine...
Immer noch traurig über den Irrsinn des Krieges, jedoch auch etwas aufgemuntert durch die netten
Erzählungen begannen wir am Abend wieder mit dem Einschiffen auf die 'Marko Polo'. Man schickte uns noch ein
wenig im Hafengelände umher, was uns die Gelegenheit gab, mit einem netten bulgarischen BMW-Fahrerpaar zu
plaudern, bis wir dann Richtung Bari / I aufbrachen.

Donnerstag, 04.09.
7.00 Uhr, der Wecker holt uns aus einer regenfreien (!) Nacht und wir warten auf's Auschecken. Die
italienische Polizei scheint da anderer Meinung zu sein und schläft noch ein Stündchen, bevor man uns
und unsere Motorräder auf italienische Strassen entlässt.
Über die SS16 versuchen wir nach Brindisi zu gelangen, was uns erst einmal jedoch durch eine
Strassensperrung ohne Umleitung einige Kilometer nach Norden statt nach Süden führt. Abgesehen von dem
'erfrischenden' Humor italienischer Verkehrsführung sorgte auch die nicht unbedingt Reisemotorradgeeignete
Fahrweise der 'Römer' für eine grosse Erleichterung, als wir nach knapp 5 Stunden unbeschadet (Wie sagte
schon Obelix? ...) im uninteressanten Hafengelände von Brindisi landeten.
Gegen 19.30 Uhr können wir dann unseren von Fluglärm und einer belgischen Alarmanlage beschallten
Platz gegen das Deck der F/B 'Ouranos' der Fraglines eintauschen. Man merkt doch sofort, das Konkurrenz ganz gut
ist - auf der 'Ouranos' dürfen auch Deckpassagiere duschen (bei Jadrolinija's 'Marko Polo' kein Thema!) und
auch die Menschen waren wieder freundlich...
Ein ausgiebiges Vesper beschehrt uns noch den ein oder anderen neidischen Blick und bei bewegter See schippern
wir im Schlaf nach Igoumenitsa / GR...
Freitag, 05.09.
Geia sou Ellada !
7.00 Uhr OEZ (MEZ +1h) haben wir endlich griechischen Boden unter den Rädern und Ileos strahlt uns auch
an!
Nach einem kurzen Schwätzchen mit zwei Motorradfahrern aus Nürnberg tanken wir voll und machen uns
von Igoumenitsa aus auf den Weg nach Kalambáka.
Nach dem ersten echten Frappé (kalter Nescafé, nur viel besser ;-)) erstürmen wir über
die E90 die ersten griechischen Berge und sausen durch Ioánina. Am Anstieg zum Katara-Pass
erschrecken wir dann gewaltig - die E92 soll in einem Tunnel verschwinden, weshalb die Griechen den halben Berg
anscheinend abtragen wollen... Überall Baustellen und die eigentlich herrliche Strasse verstopft mit
'Wohnklos' und LKWs!
Wir erkämpfen uns den Weg bis zur Passhöhe (1690m) und die Abfahrt können wir wieder in
schönerer Landschaft und mit weniger Verkehr geniessen. Nachmittags erreichen wir dann den Campingplatz
'Meteora-Garden' in Kalambáka - vor 8 Jahren waren wir schon einmal hier und es hat sich einiges
geändert! Etwas größer das Angebot (jetzt auch Zimmer) und eingebneter die Zeltplätze, aber nett ist's immer noch!
Nach den ersten Souvlaki fallen wir hundemüde in unser 'Gute-Laune-Zelt'...
Samstag, 06.09.
Ausschlafen!
Von wärmenden Sonnenstrahlen geweckt und von einem augezeichneten Frühstück gestärkt,
nutzen wir unsere erste mehrtägige Rast für einen Großeinkauf- und Waschtag... Nachmittags fahren
wir durch Kastraki (einem reinen Touri-Ort vor Metéora) zun den Köstern hoch und
genießen den tollen Ausblick.
Auf dem Rückweg versucht Alex sich Gurt, Schuhe und Zubehör für's Klettern zu leihen / mieten
- leider scheitert sie daran, dass dies hier nur verkauft wird!
Am Abend gab es dann nach, bzw. während eines hervorragenden Abendessens noch einiges zu lachen mit zwei
Berlinern. Die zwei sind mit ihrem Nissan (einer von den flachen... ;-)) auf Bosporus-Tour und hatten so manche
lustige Geschichte zu erzählen...
Sonntag, 07.09.
Nach warmer Nacht früh aufgewacht und (natürlich nach dem Frühstück...) die Kette der MuZ
etwas nachgespannt - wirklich ein ordentlich verarbeitetes Motorrad, aber eine Markierung an der Schwinge für
die Kettenspannung hätte schon noch dran gehört...
Nachmittags, beim Frappé ( den geliebten Tsipuro gab's hier nicht...) lernten wir einen netten und
lustigen BMW-Fahrer (nein, nicht einer der BMW-Fahrer ;-)) auf dem Weg nach
Madras / Indien kennen.
Martin (von hier aus die besten Grüße, wo immer Du auch steckst...!) hatte ein kleines techn. Problem
mit seiner Q und war daher für ein paar Tage gezwungen hier zu bleiben. Macht aber nix, dafür hatten
wir so manche interessante und fröhliche Stunde...
Nach abendlichen Spaghetti-Pesto (Reste vom letzten Einkauf in Italien...) folgte noch ein kleiner Gute-Nacht-
Trunk und kalinixta!
Montag, 08.09.
Die letzte Nacht vergessen wir am liebsten gleich wieder... Irgendetwas (nein, am Bier kann es nicht gelegen
haben ;-)) hat mir gehörig den Magen verdorben... Mit leerem Magen und wenigen Stunden Schlaf (leider auch
für Alex...) noch matt aufgewacht und erste Versuche - bleibt der Kaffee drinnen...?. OK, die geplante
Abfahrt nach Trikeri / Pilio wird verschoben und ich regeneriere mich am Abend wieder mit Souvlaki und
salzigen Pommes, gefolgt von einem Ouzo in lustiger Runde.
Eigentlich hätten wir uns ja ärgern sollen über die erneut auftauchenden heftigen
Regenfälle am Abend - nur hätten wir dann auf diesen Abend verzichten müssen und das wäre
sehr schade gewesen!
Harry, ein 'Bilderbuch-Engländer' aus Manchester (unterwegs auf Europa-Reise mit seiner 97er XT600.
"...I lost my job - so I've time...!") und zwei weitere Motorradfahrer mit einem BMW-URAL-Gespann bereicherten
unsere Runde mit feinstem Manchester-English und Pälzer-Dialekt. Ein tropfnasser, deutscher Zugreisender
der in England studiert, wurde auch noch herzlich aufgenommen und so wurde so manche lustige Geschichte
erzählt...
Dienstag, 09.09.
Geschafft!
Ein sonniger Tag ruft zum Aufbruch und so machen wir uns zügig auf deen Weg nach
Trikeri. Auf der E92 geht's an zwei Radarkontrrollen vorbei ( nach Drehzahl fahren klappt mittlerweile
recht gut...) nach Larissa, wo wir auf die Autobahn nach
Volos wechseln. Die salzglatten Strassen von Volos lassen wir bald hinter uns und geniessen die
Kurvenfahrt auf dem Pilio.
Gegen abend erreichen wir dann endlich unser nächstes Ziel - Trikeri, wo uns meine -
ausgewanderte - Verwandschaft herzlich aufnimmt und in ein freies Ferienhaus mit Meerblick unterbringt.
In diesem herrlichen Domizil verbringen wir die nächsten 6 Tage...

Mittwoch, 10.09.
Glück im Unglück...
Die MuZ hat ihren ersten Plattfuss in Milína in Höhe des 'Camping-Olizon' und bewahrt uns
so vor einem sog. 'Boríni'. Das ist ein kleiner Orkan mit allen Schikanen, der sich innerhalb von Minuten
zusammenbraut, zuschlägt und genau so schnell wieder geht. Motorradfahren ist in so einem 'Boríni'
vollkommen unmöglich - aber wir saßen ja in einer Taverna und haben uns das Schauspiel angeschaut.
Donnerstag, 11.09.
Während wir das Hinterrad der MuZ ausbauen unterhalten wir uns mit dem -vermeindlichen- Besitzer des
Campingplatzes. Wir haben vor fünf Jahren hier einen sehr netten Albanen Namens Vaséli kennengelernt.
Als ich ihn nach Vaséli fragte, guckte er groß und meinte,
er sei Vaséli...!
Der Plattfus der MuZ beschehrte uns auch noch das Widersehen mit einem alten Freund!
Nachdem der Schlauch in Argalastí gewechselt, das Hinterrad wieder montiert und noch ein paar
Erinnerungen mit Vaséli ausgetauscht waren, machten wir uns auf den Weg zu einem EC-Geldautomaten.
In Miliés sollten wir fündig werden. Ein kleines Dorf fast in der Mitte des Pilio,
gefolgt von einem noch kleineren Ort mit einem sehr kleinen Bahnhof - Vizitsa.
Wir geniessen die waldige Gegend noch ein wenig und sausen dann die vielen Kurven zurück nach
Trikeri. Der Abend wird in geselliger Runde auf der 'Platía' (Dorfplatz) gelungen abgerundet.
Wie zum 'Gute Nacht' sagen schaut 'daheim' noch kurz unser Nachbar der Marder über die Dachkante
'seines' Hauses - wirklich drollige Tierchen.
Freitag, 12.09.

Wandertag!
Über den alten Eselspfad machen wir uns auf den Abstieg nach Ag. Kiriakí, einem kleinen
Fischerdorf mit Werft. Hier können wir endlich den ersten 'Tsipuro' geniessen und lassen die Seele baumeln...
Samstag, 13.09.
Kurzer Ausflug nach Milína zum Fleischkaufen, das wir dann zusammen am Abend auf 'unserer'
Terasse genüßlich grillen und verputzen...
Sonntag, 14.09.
Ein Regentag zwingt uns zur Tatanlosigkeit, also verbringen wir ihn mit Spielen.
Abends packt uns dann die Unruhe - wir möchten wieder unterwegs sein!
Schon irgendwie verrückt, da sitzen wir in einem Traumhaus am Golf von Volos und wollen weg...!
Also haben wir beschlossen, am 17.09. die 'Heimreise' zu beginnen.
Montag, 15.09.
Heute geht es -zur Abwechslung mal mit dem Auto und als Beifahrer- nach Volos zum Einkaufen. Nach allen
Erledigungen noch ein gemütlicher 'Tsipuro' und Misé und zurück geht's über die kurvigen
Straßen.
Dienstag, 16.09.
Letzter Tag in Trikeri...
Wir geniessen endlich das Meer in einer kleinen Bucht vor Ag.Kirikí und packen dann am
Nachmittag unsere Sachen. Der Abend wird in geselliger Runde gemütlich beendet und wir freuen uns auf's
Weiterfahren!
Im Golf von Volos tummeln sich die Gavron-Fischer (kleine silberne Fischchen, die nachts mit großen
Scheinwerfern gelockt und in Scharen gefangen werden) - es wird Winter...
Mittwoch, 17.09.
Der Wecker holt uns um 7.30 Uhr aus den Federn und wir tragen das restliche Gepäck zu den Motorrädern,
die auf der 'Platía' stehen. Dort bieten wir den Alten (die dort jeden Tag sitzen und das aktuelle Geschehen
aufmerksam mitverfolgen und kommentieren) durch unsere Packaktion ein interessantes 'Frühstücksfernsehen'.
Nachdem unser Gepäck von den aufmeksamen Zuschauern als 'poli oräa' (sehr hübsch) abgesegnet
wurde machten wir uns nach herzlicher Verabschiedung wieder auf den Weg Richtung Patras.
Nach den herrlichen Kurven des Pilio nehmen wir ab Volos die, tlw. zur Autobahn ausgebaute, E75
über Lamía und freuen uns über die herrlichen Berge ab Thermopíles auf der
E65.
Auf dieser folgen wir der wunderschönen Küstenstrasse bis Nafpaktos. Der hiesige Campingplatz
hat leider bereits geschlossen - im nächsten Ort, Andírio werden wir auf dem 'Camping Dounis-
Beach' für 15,- EUR aufgenommen. Den leeren Platz mit eigenem Strand werden wir für die letzten zwei
Nächte auf griechischem Boden geniessen können.
Im Hafenort Andírio finden wir eine gemütliche Taverne am Strand und der Besitzer freut sich
über uns als einzige Gäste...
Donnerstag, 18.09.
Nafpaktos
...ist eine ziemlich langgezogene Stadt ca. 10km östlich von Andírio und einen kurzen
Ausflug wert. Nach einem kühlen Frappé sehen wir uns noch ein wenig die Einkaufsmeile und die alte
Festungsruine an und statten dem netten Tavernenbesitzer in Río nochmals einen Besuch ab.
Freitag, 19.09.
Letzter Tag Hellas...
Nach ein paar Strandstunden und gepacktem Fährengepäck machen wir uns auf den Weg nach
Andírio, wo wir etwas eingepfercht auf einer kleinen Fähre nach Río
übersetzen und schnell Piräus erreichen.
Für Olympia 2004 wird in ganz Griechenland eifrig gebaut - so auch in Andírio / Río.
Eine beeindruckende Hängebrücke entsteht hier über die Meerenge hinüber zum Peloponissos
- ob sie fertig wird...?
Nachdem wir unseren Proviant für die Überfahrt nach Venice eingekauft und noch ein wenig
genüsslich dem bunten Treiben im Hafen bei einem Frappé zugeschaut haben, dürfen wir um 21.30 auf
der F/B 'BlueSky' der 'Blue Star Ferries' einschiffen.
Noch schnell ein Plätzchen auf Deck gesucht und ein wohlverdientes Vesper verspeist, bevor uns ein
schlagartig einsetztender Pfeifton in eine leisere, jedoch windige Ecke vertreibt, wo wir die Nacht verbringen.
Samstag, 20.09.
Beim Ablegen von Korfu aufgewacht und nach dem Frühstück suchten wir uns erst einmal ein
windstilleres Plätzchen - gar nicht einfach, da auf der 'Blue Sky' nicht viel Platz für Deckpassagiere
ist und die Lautstärke der diversen Pfeiftöne einige sehr ungemütlich macht.
Die Preise an Bord lassen unser Vesperpaket umso wertvoller erscheinen (kleiner Kaffee für 2,20 EUR...)
und wir lassen die Stunden mit Lesen und Faulenzen vergehen...
Sonntag, 21.09.
Nach kurzer Besprenkelung von einem Rettungsboot über uns und früh-morgendlicher Einfahrt in
Venedig verlassen wir die ungemütliche Fähre gegen 8.00 Uhr. Nach dem Umpacken
(Fährengepäck wieder verstaut) geht's wieder auf die italienische Autobahn A4 / E70 Richtung
Milano.
Der Sonntag kommt uns sehr entgegen - keine LKWs und zivililsierte Fahrweise der Autofahrer (selten, selten...)
lassen uns gut und sicher vorwärtskommen.
Trotzdem sind wir froh, nach knapp 330km Autobahn wieder Landstraßen (wir haben keine Vignette für
CH) fahren zu können. Wenn man auch auf denen in der Schweiz nicht unbedingt schnell vorwärts kommt...
Nach 390km erreichen wir unsere nächste Station bei Biasca - die 'Casa Bertoldo' nimmt uns mal
wieder freudig auf (Danke Daniel!)...
Montag, 22.09.
Die letzte Etappe...
gestaltet sich wegen der vielen Begrenzungen auf 'generell 50' (...) recht zäh und wir haben leider nur
Zeit für zwei schöne Passfahrten. Nach dem Lucmanier- und dem Oberalp-Pass folgen wir der
historischen Strasse duch die Schweiz, schlängeln uns durch Zürich und wechseln in Bad Säckingen
auf die deutsche Seite.
Willkommen daheim...die deutschen Autofahrer geben beim Einsteigen in ihre Nobelkarossen ihr Hirn ab und folgen
dem süditalienischen Beispiel...
Mit Einzug der Dämmerung erreichen wir Freiburg und gönnen uns noch ein wohlverdientes 'SchniPoSa'...