Reiseberichte und Neuigkeiten
Travel-logs and news


     Inhalt / Content
· Travel-Logs
· Aktuelles / News
· FAQ / Help me!
· Print Format
· Recommend us
· Stories Archive
· Suche / Search

     Languages
Sprache auswählen


 Landweg nach Griechenland, 1. Versuch, Sept. 2003

weitere Reisen ab 2007

3273 km durch Östereich, Italien, Slowenien, Kroatien und Griechenland...

Griechenland hatten wir eigentlich schon öfters bereist, jedoch -leider!- noch nie mit den eigenen Motorräder und noch nie über den Landweg (naja...versucht haben wir's ;-) und so eine kleine 'Probefahrt' vor der großen Reise bot sich ja auch mal an...

Also machten wir uns am Mittwoch den 28. August 2003 mit unseren beiden Motorrädern auf den Weg in den Süden.
Geplant war die Strecke von Freiburg i.Brsg. über Österreich mit Bregenzer Wald, Lech- und Stubaital, gefolgt vom Gailtal nach Villach und Ljubljana / SLO.
Kroatien war bis Dubrovnik vorgesehen und von da an eine Fähre nach Igoumenitsa / GR...
ja, Theorie und Praxis, aber lest selbst...



Mittwoch, 27.08.

ETAPPE 1

Wir starten bei strahlender Sonne und frohen Mutes in Freiburg Richtung Donaueschingen über die neue B31 und legen in Überlingen eine kleine Kaffepause ein.
Über die etwas langweilige und oft verstopfte B31 / E54 ging es weiter über Lindau nach Bregenz / A, wo wir kurz die Autobahn benutzten. Später hörten wir von einer Touristin, die für dieses kurze Stückchen ( es sind wirklich nur wenige hundert Meter...) schon 4 Tage Gefängnis aufgebrummt bekam...

Über die L190 und die L200 durch schöne Täler mit viel Verkahr gelangten wir schließlich nach 230 km zu unserem ersten Schlafplatz in Mellau.

Donnerstag, 28.08.

etappe 02

Gut erholt und verköstigt starten wir bei Sonnenschein über den Hochtannenberg Pass (1675m) und St. Anton (ohne Schnee sieht's hier nicht gerade verlockend aus...) ins Ötztal.
Hier finden wir in einem Seitental bei Zwieselstein einen gemütlichen Platz für unser Zelt und machen nach ca. 160 km Rast, da wir Timmelsjoch frisch und ausgeruht am nächsten Tag erklimmen wollen.

Blick ins Ötztal

Freitag, 29.08.

Timmelsjochplakette etappe 03

Trotz unserer Höhe von 1450m und einigen Gewittern war die Nacht erträglich - nur der ständig aufkommende Regen macht uns etwas Sorgen.
Nachdem noch kurz ein Leidensgenosse aus Berlin vorbeischaute und sich auch nicht sicher war, ob es geschickt ist trotz dem Sauwetter auf's Timmelsjoch zu starten, haben wir dann die nächste Regenpause genutzt und es doch gewagt.
Die ersten Kilometer waren noch halbwegs trocken, dann nahmen Regen und Wolkendichte zu. An der Mautstelle ( 8,- EUR pro Motorrad - ob das wirklich sein muss?) machte man uns auch keine Hoffnung auf Wetterbesserung und nach der Passhöhe auf 2509m waren wir bei Sichtweiten von 5 - 10m auch noch zum Schritttempo verdammt.
Bestimmt ein sehr schöner Pass, nur haben wir leider nicht viel davon gesehen...
Nach dem Abstieg haben wir in Moso i.P. (nach erneuten Regenfällen) entschieden, den Jaufenpass sausen zu lassen und den direkten Weg nach Süden einzuschlagen. Also direkt Richtung Meran / Bozen - kurzer Hoffnungsschimmer bei einem Wolkenloch über Meran, dann aber tiefe Ernüchterung in Bozen.
Bei einem Stopp unter einer Brücke, stand die Honda innerhalb weniger Minuten bis zum Felgenrand im Wasser und da wir keinen trockenen Stoff mehr spüren konnten, sind wir in die nächste Pension geflüchtet.
Die Zeitungen sprechen von Wetterbesserung - wir lassen es weiter gewittern und schlafen nach 110 nassen km müde ein.

 

Samstag, 30.08.

 etappe 04

8.00 Uhr, der Wecker piepst und die Sonne scheint! Nix wie raus aus den Federn, nach Frühstück für uns und Kettenfett / Motoröl für die Motorräder geht's weiter über die E66 Brixen - Bruneck bis Toblach.
Hier endlich könne wir der Blechlawine entkommen (der Brennerpass war wegen eines Radrennens gesperrt...) und die Fahrt über den Kreuzbergpass ( 1636m ) bis Rigolato geniessen. Nach kurzer Pause weiter Richtung Süden - über Udine nach Grado.
Nach Udine sehe ich die Abfahrt nach Grado zu spät und schaffe es gerade noch abzubiegen. Alex schafft es leider nicht mehr und rauscht erst einmal vorbei - Mist! 

Toblach
Nach der Abfahrt halte ich an und habe schon das Handy in der Hand, da taucht sie plötzlich wieder im Rückspiegel auf. Wie sie es auf der 4-spurigen Schnellstraße geschafft hat so rasch zu wenden, werde ich wohl nie erfahren... ;-)
Ein nett auf einem alten Festungsgelände angelegter - nur, wie wir später merkten völlig mückenverseuchter - und sauberer Campingplatz kurz nach Grado ( 'Camping Al Bosco' ) nimmt uns für 17,- EUR ( Duschen 3min 0,30 EUR ) auf.
Kurzer Sprung ins braune Adriawasser ( Hauptsache endlich am Meer...! ), noch ein kurzer Disput mit unserem Benzinkocher und nach später Mahlzeit und trockenen (!) 297 km hundemüde ins mückenfreie Zelt.

Sonntag, 31.08.

 etappe05

13.00, wir machen uns über eine kleine Verbindungsstraße ( lt. Karte, in Wirklichkeit ist sie mittlerweile zu einer dicken Hauptstraße geworden...) und Monfalcone auf den Weg nach Triest (hier blieb dann auch plötzlich mein Tacho stehen - hatte wohl keine Lust mehr auf Sauwetter...). Mit leerem Tank könne wir kurz vor der slowenischen Grenze endlich wieder tanken (chiuoso heisst geschlossen - seit heute kennen wir dieses Wort, da sonntags in Italien anscheinend die Tankstellen 'chiuoso' haben).
Der freundliche Zöllner des kleinen Grenzübergangs an der Küste (von Muggia der kleinen Küstenstraße folgend nach Lazaretto) lädt uns auch gleich ein bei sich zu warten - über der Küste braut sich gerade ein kleiner Orkan zusammen (da ist es wieder, 'unser' Tief...). 

unser Tief / HR
Wir beschließen seinem Rat im Cafe an der Grenze zu befolgen und kaum sitzen wir, tost der Sturm auch schon richtig los...
Nach einer halben Stunde hat sich alles wieder beruhigt und wir starten wieder Richtung Istrien / Kroatien. Wir folgen der E751 über Portoroz und an der kroatischen Grenze erwartet uns mal wieder ein kleiner Regenschauer, aber wir halten durch! Bis Groznjan auf der E751, dann runter Richtung Novigrad, durch das Tal des Flusses Mirna.
Dann hat es uns wieder - 'unser' Tief schlägt mit einem kräftigen Gewitter zu und zwingt uns zu einem Stop unter dem Grillplatzdach eines Restaurants. Nach diesem kurzen Intermezzo schlingern wir über die jetzt spiegelblanken Straßen und die tlw. schöne Küstenstraße bis Porec. Hier wird das Weiterfahren durch erneute Schauer und die erwähnten 'Seifenstraßen' zur waghalsigen Angelegenheit und auch die einheimischen Motorradfahrer haben die Füße am Boden und raten uns anzuhalten.
Also die Plava Laguna angefahren - eine riesige Massentourismus-Anlage! - nix wie weg! Aber auch der nächste Campingplatz ist nicht viel besser, aber wir wollen nicht mehr... Nach 165km bleiben wir dann für 15,- EUR notgedrungen auf der Zelena Laguna. Nach dem verdienten Abendessen verlaufen wir uns noch kurz auf der Suche nach unserem Zelt. Als wir es finden, tönte auch schon feinste Ballermann-Musik von einer nahegelegenen Camping-Disco herüber...

Montag, 01.09.

 etappe06

Im Sonnenschein aufgewacht und nach kurzer Kettenpflege flüchten wir von diesem ungemütlichen Platz und machen uns an Radarfallen vorbei auf den Weg nach Rijeka, wo auf unserer Generalkarte eine Fähre nach Igoumenitsa / GR eingezeichnet ist - wir wollen jetzt endlich in die warme Sonne, aus der wir eigentlich kamen...!
Über die 302 und 48 bis Pazin und dann die neue 3 direkt nach Rijeka. Von der unfreundliche Dame im 'Jadrolinija'-Fährbüro erfahren wir dann, dass es keine Fähre nach GR gibt...!
Also umplanen: wir fahren zuerst auf die wunderschöne Insel Korcula um dann am Mittwoch über Dubrovnik nach Brindisi / I überzusetzen. 

Rijeka
Bis die Fähre startet haben wir noch etwas Zeit und sehen uns die Innenstadt von Rijeka an. Eine schöne Stadt aus der Nähe, mit alten Häusern und einer lebendigen Fußgängerzone.
Nach nur 96km fahren wir, von einzelnen Regentropfen verabschiedet, mit der F/B 'MarkoPolo' der 'Jadrolinija-Linie' in die Nacht...

Dienstag, 02.09.

etappe07                       etappe08

Nachdem uns nachts 'unser' Tief wieder eingeholt hat wachen wir beim Anlegen in Hvar bei strahlender Sonne auf. Endlich den Süden riechen und fühlen...!
Dann haben wir einen Tag Aufenthalt auf Korcula.

Lastovski-Kanal, Korcula / HR Blick auf Korcula-City

Nachdem wir einmal quer über die Insel auf der 118 gefahren sind, entscheiden wir uns für einen kleinen, gemütlichen Campingplatz (Camping Milina, in einem Garten eines sehr netten Ehepaares - Platz für max. 10 Zelte) vor Lumbarda
Die Insel ist sehr schön, duftet nach Pinien und die Hauptstrasse bietet herrliche Ausblicke auf den Korculanski- und Lastovski-Kanal. Hier kann die Seele endlich baumeln...schade, dass unsere Fähre morgen weiterfährt!

Mittwoch, 03.09.

etappe09 

Nach nächtlichem Nieselregen und Sturm ('unser' Tief sucht uns wohl...?) doch noch im Sonnenschein aufgewacht, 10,- EUR bezahlt und noch zum Stadtbummel nach Korcula. Eine schöne alte Stadt mit Scharen von Touristen, aber wir geniessen noch einen Kaffee am kleinen Hafen, richten unser Fährengepäck und klettern gegen 15.00 auf die uralte und leicht überfüllt wirkende Fähre nach Dubrovnik, wo wir um 18.00 Uhr einlaufen.
Von dieser, durch viele traurige Nachrichten bekannten Stadt, hätten wir beinahe ein völlig falsches Bild mit auf unsere Reise genommen.
Wir kannten uns nicht aus und haben das Hafenviertel und seine Vororte mit den vielen neuen und hässlichen Häusern für die Stadt gehalten. Dazu die energischen -aber immer höflichen- 'rooms'-Frager am Hafenzaun. An einigen Häusern sind noch verpuzte Einschusslöcher zu sehen und die Menschen wirken arm und unglücklich.
Wir dachten es gäbe kaum noch alte Häuser und der Krieg hätte damals alles zerstört...
Zum Glück trafen wir einen sehr netten Kroaten, der uns über die lebendige und wieder internationale Altstadt erzählt, die kaum beschädigt wurde.
Wir lauschten auch gebannt seinen Erzählungen von den Zeiten vor, während und nach dem schrecklichen Krieg, in dem nicht nur die Armee mit grausamen Mitteln gemordet hat... Er versuchte uns eine Erklärung für diesen Krieg zu geben - fand aber auch keine...
Immer noch traurig über den Irrsinn des Krieges, jedoch auch etwas aufgemuntert durch die netten Erzählungen begannen wir am Abend wieder mit dem Einschiffen auf die 'Marko Polo'. Man schickte uns noch ein wenig im Hafengelände umher, was uns die Gelegenheit gab, mit einem netten bulgarischen BMW-Fahrerpaar zu plaudern, bis wir dann Richtung Bari / I aufbrachen.

Dubrovnik Brindisi, die F/B Ouranos

Donnerstag, 04.09.

 etappe10

7.00 Uhr, der Wecker holt uns aus einer regenfreien (!) Nacht und wir warten auf's Auschecken. Die italienische Polizei scheint da anderer Meinung zu sein und schläft noch ein Stündchen, bevor man uns und unsere Motorräder auf italienische Strassen entlässt.
Über die SS16 versuchen wir nach Brindisi zu gelangen, was uns erst einmal jedoch durch eine Strassensperrung ohne Umleitung einige Kilometer nach Norden statt nach Süden führt. Abgesehen von dem 'erfrischenden' Humor italienischer Verkehrsführung sorgte auch die nicht unbedingt Reisemotorradgeeignete Fahrweise der 'Römer' für eine grosse Erleichterung, als wir nach knapp 5 Stunden unbeschadet (Wie sagte schon Obelix? ...) im uninteressanten Hafengelände von Brindisi landeten.
Gegen 19.30 Uhr können wir dann unseren von Fluglärm und einer belgischen Alarmanlage beschallten Platz gegen das Deck der F/B 'Ouranos' der Fraglines eintauschen. Man merkt doch sofort, das Konkurrenz ganz gut ist - auf der 'Ouranos' dürfen auch Deckpassagiere duschen (bei Jadrolinija's 'Marko Polo' kein Thema!) und auch die Menschen waren wieder freundlich...
Ein ausgiebiges Vesper beschehrt uns noch den ein oder anderen neidischen Blick und bei bewegter See schippern wir im Schlaf nach Igoumenitsa / GR...

Freitag, 05.09.

etappe11 

Geia sou Ellada !
7.00 Uhr OEZ (MEZ +1h) haben wir endlich griechischen Boden unter den Rädern und Ileos strahlt uns auch an!

Nach einem kurzen Schwätzchen mit zwei Motorradfahrern aus Nürnberg tanken wir voll und machen uns von Igoumenitsa aus auf den Weg nach Kalambáka.

 

Nach dem ersten echten Frappé (kalter Nescafé, nur viel besser ;-)) erstürmen wir über die E90 die ersten griechischen Berge und sausen durch Ioánina. Am Anstieg zum Katara-Pass erschrecken wir dann gewaltig - die E92 soll in einem Tunnel verschwinden, weshalb die Griechen den halben Berg anscheinend abtragen wollen... Überall Baustellen und die eigentlich herrliche Strasse verstopft mit 'Wohnklos' und LKWs!
Blick vom Katarapass Katarapass

Wir erkämpfen uns den Weg bis zur Passhöhe (1690m) und die Abfahrt können wir wieder in schönerer Landschaft und mit weniger Verkehr geniessen. Nachmittags erreichen wir dann den Campingplatz 'Meteora-Garden' in Kalambáka - vor 8 Jahren waren wir schon einmal hier und es hat sich einiges geändert! Etwas größer das Angebot (jetzt auch Zimmer) und eingebneter die Zeltplätze, aber nett ist's immer noch!
Nach den ersten Souvlaki fallen wir hundemüde in unser 'Gute-Laune-Zelt'...

Samstag, 06.09.

Ausschlafen!
Von wärmenden Sonnenstrahlen geweckt und von einem augezeichneten Frühstück gestärkt, nutzen wir unsere erste mehrtägige Rast für einen Großeinkauf- und Waschtag... Nachmittags fahren wir durch Kastraki (einem reinen Touri-Ort vor Metéora) zun den Köstern hoch und genießen den tollen Ausblick.
Auf dem Rückweg versucht Alex sich Gurt, Schuhe und Zubehör für's Klettern zu leihen / mieten - leider scheitert sie daran, dass dies hier nur verkauft wird!
Am Abend gab es dann nach, bzw. während eines hervorragenden Abendessens noch einiges zu lachen mit zwei Berlinern. Die zwei sind mit ihrem Nissan (einer von den flachen... ;-)) auf Bosporus-Tour und hatten so manche lustige Geschichte zu erzählen...

Sonntag, 07.09.

Alex Meteora

Nach warmer Nacht früh aufgewacht und (natürlich nach dem Frühstück...) die Kette der MuZ etwas nachgespannt - wirklich ein ordentlich verarbeitetes Motorrad, aber eine Markierung an der Schwinge für die Kettenspannung hätte schon noch dran gehört...
Nachmittags, beim Frappé ( den geliebten Tsipuro gab's hier nicht...) lernten wir einen netten und lustigen BMW-Fahrer (nein, nicht einer der BMW-Fahrer ;-)) auf dem Weg nach Madras / Indien kennen.
Martin (von hier aus die besten Grüße, wo immer Du auch steckst...!) hatte ein kleines techn. Problem mit seiner Q und war daher für ein paar Tage gezwungen hier zu bleiben. Macht aber nix, dafür hatten wir so manche interessante und fröhliche Stunde...
Nach abendlichen Spaghetti-Pesto (Reste vom letzten Einkauf in Italien...) folgte noch ein kleiner Gute-Nacht- Trunk und kalinixta!

Montag, 08.09.

Die letzte Nacht vergessen wir am liebsten gleich wieder... Irgendetwas (nein, am Bier kann es nicht gelegen haben ;-)) hat mir gehörig den Magen verdorben... Mit leerem Magen und wenigen Stunden Schlaf (leider auch für Alex...) noch matt aufgewacht und erste Versuche - bleibt der Kaffee drinnen...?. OK, die geplante Abfahrt nach Trikeri / Pilio wird verschoben und ich regeneriere mich am Abend wieder mit Souvlaki und salzigen Pommes, gefolgt von einem Ouzo in lustiger Runde.
Eigentlich hätten wir uns ja ärgern sollen über die erneut auftauchenden heftigen Regenfälle am Abend - nur hätten wir dann auf diesen Abend verzichten müssen und das wäre sehr schade gewesen!
Harry, ein 'Bilderbuch-Engländer' aus Manchester (unterwegs auf Europa-Reise mit seiner 97er XT600. "...I lost my job - so I've time...!") und zwei weitere Motorradfahrer mit einem BMW-URAL-Gespann bereicherten unsere Runde mit feinstem Manchester-English und Pälzer-Dialekt. Ein tropfnasser, deutscher Zugreisender der in England studiert, wurde auch noch herzlich aufgenommen und so wurde so manche lustige Geschichte erzählt...

Dienstag, 09.09.

etappe12 

Geschafft!
Ein sonniger Tag ruft zum Aufbruch und so machen wir uns zügig auf deen Weg nach Trikeri. Auf der E92 geht's an zwei Radarkontrrollen vorbei ( nach Drehzahl fahren klappt mittlerweile recht gut...) nach Larissa, wo wir auf die Autobahn nach Volos wechseln. Die salzglatten Strassen von Volos lassen wir bald hinter uns und geniessen die Kurvenfahrt auf dem Pilio.
Gegen abend erreichen wir dann endlich unser nächstes Ziel - Trikeri, wo uns meine - ausgewanderte - Verwandschaft herzlich aufnimmt und in ein freies Ferienhaus mit Meerblick unterbringt.
In diesem herrlichen Domizil verbringen wir die nächsten 6 Tage...

Trikeri Dorf Vizitsa

Mittwoch, 10.09.

Glück im Unglück...
Die MuZ hat ihren ersten Plattfuss in Milína in Höhe des 'Camping-Olizon' und bewahrt uns so vor einem sog. 'Boríni'. Das ist ein kleiner Orkan mit allen Schikanen, der sich innerhalb von Minuten zusammenbraut, zuschlägt und genau so schnell wieder geht. Motorradfahren ist in so einem 'Boríni' vollkommen unmöglich - aber wir saßen ja in einer Taverna und haben uns das Schauspiel angeschaut.

Donnerstag, 11.09.
Während wir das Hinterrad der MuZ ausbauen unterhalten wir uns mit dem -vermeindlichen- Besitzer des Campingplatzes. Wir haben vor fünf Jahren hier einen sehr netten Albanen Namens Vaséli kennengelernt. Als ich ihn nach Vaséli fragte, guckte er groß und meinte, er sei Vaséli...!
Der Plattfus der MuZ beschehrte uns auch noch das Widersehen mit einem alten Freund!
Nachdem der Schlauch in Argalastí gewechselt, das Hinterrad wieder montiert und noch ein paar Erinnerungen mit Vaséli ausgetauscht waren, machten wir uns auf den Weg zu einem EC-Geldautomaten.
In Miliés sollten wir fündig werden. Ein kleines Dorf fast in der Mitte des Pilio, gefolgt von einem noch kleineren Ort mit einem sehr kleinen Bahnhof - Vizitsa.
Wir geniessen die waldige Gegend noch ein wenig und sausen dann die vielen Kurven zurück nach Trikeri. Der Abend wird in geselliger Runde auf der 'Platía' (Dorfplatz) gelungen abgerundet.
Wie zum 'Gute Nacht' sagen schaut 'daheim' noch kurz unser Nachbar der Marder über die Dachkante 'seines' Hauses - wirklich drollige Tierchen.

Freitag, 12.09.

Fussweg Trikeri - Ag.Kiriaki Haupverkehrsmittel trikeri

Wandertag!
Über den alten Eselspfad machen wir uns auf den Abstieg nach Ag. Kiriakí, einem kleinen Fischerdorf mit Werft. Hier können wir endlich den ersten 'Tsipuro' geniessen und lassen die Seele baumeln...

Samstag, 13.09.

Kurzer Ausflug nach Milína zum Fleischkaufen, das wir dann zusammen am Abend auf 'unserer' Terasse genüßlich grillen und verputzen...

Sonntag, 14.09.

Ein Regentag zwingt uns zur Tatanlosigkeit, also verbringen wir ihn mit Spielen.
Abends packt uns dann die Unruhe - wir möchten wieder unterwegs sein!
Schon irgendwie verrückt, da sitzen wir in einem Traumhaus am Golf von Volos und wollen weg...! Also haben wir beschlossen, am 17.09. die 'Heimreise' zu beginnen.

Montag, 15.09.

Heute geht es -zur Abwechslung mal mit dem Auto und als Beifahrer- nach Volos zum Einkaufen. Nach allen Erledigungen noch ein gemütlicher 'Tsipuro' und Misé und zurück geht's über die kurvigen Straßen.

Dienstag, 16.09.

Letzter Tag in Trikeri...
Wir geniessen endlich das Meer in einer kleinen Bucht vor Ag.Kirikí und packen dann am Nachmittag unsere Sachen. Der Abend wird in geselliger Runde gemütlich beendet und wir freuen uns auf's Weiterfahren!
Im Golf von Volos tummeln sich die Gavron-Fischer (kleine silberne Fischchen, die nachts mit großen Scheinwerfern gelockt und in Scharen gefangen werden) - es wird Winter...

Mittwoch, 17.09.

etappe13 

Der Wecker holt uns um 7.30 Uhr aus den Federn und wir tragen das restliche Gepäck zu den Motorrädern, die auf der 'Platía' stehen. Dort bieten wir den Alten (die dort jeden Tag sitzen und das aktuelle Geschehen aufmerksam mitverfolgen und kommentieren) durch unsere Packaktion ein interessantes 'Frühstücksfernsehen'.

Golf von Volos bei Itéa

Nachdem unser Gepäck von den aufmeksamen Zuschauern als 'poli oräa' (sehr hübsch) abgesegnet wurde machten wir uns nach herzlicher Verabschiedung wieder auf den Weg Richtung Patras.
Nach den herrlichen Kurven des Pilio nehmen wir ab Volos die, tlw. zur Autobahn ausgebaute, E75 über Lamía und freuen uns über die herrlichen Berge ab Thermopíles auf der E65.
Auf dieser folgen wir der wunderschönen Küstenstrasse bis Nafpaktos. Der hiesige Campingplatz hat leider bereits geschlossen - im nächsten Ort, Andírio werden wir auf dem 'Camping Dounis- Beach' für 15,- EUR aufgenommen. Den leeren Platz mit eigenem Strand werden wir für die letzten zwei Nächte auf griechischem Boden geniessen können.
Im Hafenort Andírio finden wir eine gemütliche Taverne am Strand und der Besitzer freut sich über uns als einzige Gäste...

Donnerstag, 18.09.

Nafpaktos Camping Dounis Beach

Nafpaktos
...ist eine ziemlich langgezogene Stadt ca. 10km östlich von Andírio und einen kurzen Ausflug wert. Nach einem kühlen Frappé sehen wir uns noch ein wenig die Einkaufsmeile und die alte Festungsruine an und statten dem netten Tavernenbesitzer in Río nochmals einen Besuch ab.

Freitag, 19.09.

 Letzter Tag Hellas...
Nach ein paar Strandstunden und gepacktem Fährengepäck machen wir uns auf den Weg nach Andírio, wo wir etwas eingepfercht auf einer kleinen Fähre nach Río übersetzen und schnell Piräus erreichen.
Für Olympia 2004 wird in ganz Griechenland eifrig gebaut - so auch in Andírio / Río. Eine beeindruckende Hängebrücke entsteht hier über die Meerenge hinüber zum Peloponissos - ob sie fertig wird...?
Nachdem wir unseren Proviant für die Überfahrt nach Venice eingekauft und noch ein wenig genüsslich dem bunten Treiben im Hafen bei einem Frappé zugeschaut haben, dürfen wir um 21.30 auf der F/B 'BlueSky' der 'Blue Star Ferries' einschiffen.
Noch schnell ein Plätzchen auf Deck gesucht und ein wohlverdientes Vesper verspeist, bevor uns ein schlagartig einsetztender Pfeifton in eine leisere, jedoch windige Ecke vertreibt, wo wir die Nacht verbringen.

Samstag, 20.09.

Beim Ablegen von Korfu aufgewacht und nach dem Frühstück suchten wir uns erst einmal ein windstilleres Plätzchen - gar nicht einfach, da auf der 'Blue Sky' nicht viel Platz für Deckpassagiere ist und die Lautstärke der diversen Pfeiftöne einige sehr ungemütlich macht.
Die Preise an Bord lassen unser Vesperpaket umso wertvoller erscheinen (kleiner Kaffee für 2,20 EUR...) und wir lassen die Stunden mit Lesen und Faulenzen vergehen...

Sonntag, 21.09.

etappe14 

Nach kurzer Besprenkelung von einem Rettungsboot über uns und früh-morgendlicher Einfahrt in Venedig verlassen wir die ungemütliche Fähre gegen 8.00 Uhr. Nach dem Umpacken (Fährengepäck wieder verstaut) geht's wieder auf die italienische Autobahn A4 / E70 Richtung Milano.
Der Sonntag kommt uns sehr entgegen - keine LKWs und zivililsierte Fahrweise der Autofahrer (selten, selten...) lassen uns gut und sicher vorwärtskommen.

Venice CasaBertoldo


Trotzdem sind wir froh, nach knapp 330km Autobahn wieder Landstraßen (wir haben keine Vignette für CH) fahren zu können. Wenn man auch auf denen in der Schweiz nicht unbedingt schnell vorwärts kommt...
Nach 390km erreichen wir unsere nächste Station bei Biasca - die 'Casa Bertoldo' nimmt uns mal wieder freudig auf (Danke Daniel!)...

Montag, 22.09.

etappe15 

Die letzte Etappe...
gestaltet sich wegen der vielen Begrenzungen auf 'generell 50' (...) recht zäh und wir haben leider nur Zeit für zwei schöne Passfahrten. Nach dem Lucmanier- und dem Oberalp-Pass folgen wir der historischen Strasse duch die Schweiz, schlängeln uns durch Zürich und wechseln in Bad Säckingen auf die deutsche Seite.

Willkommen daheim...die deutschen Autofahrer geben beim Einsteigen in ihre Nobelkarossen ihr Hirn ab und folgen dem süditalienischen Beispiel...
Mit Einzug der Dämmerung erreichen wir Freiburg und gönnen uns noch ein wohlverdientes 'SchniPoSa'...




 
Vorhandene Themen

weitere Reisen ab 2007

Sorry, noch kein Kommentar für diesen Artikel vorhanden.




copyright by carsten kraft & alexandra hartmann

PHP-Nuke Copyright © 2005 by Francisco Burzi. This is free software, and you may redistribute it under the GPL. PHP-Nuke comes with absolutely no warranty, for details, see the license.
Erstellung der Seite: 0.10 Sekunden