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 Blauer Himmel ist langweilig! - Teil I Sverige, Jul.2009

weitere Reisen ab 2007
Efter Regn kommer Sken!
Teil I

von Freiburg bis Lit, Jämtland
4000 km durch Schweden / Sverige
Währung: Schwedische Krone: Skr / SEK
10,- SEK = 0,96 €        1,- € = 10,37 SEK
Benzin 95 Okt. ca. 12,4 SEK/l = 1,19 €
Link zur kompletten Route
Download Route als Google-Earth Datei

04./05.7.09
 
Tief geduckt fahren wir mit anderem Motorradfahrern im Konvoi - die Verladung auf den Autozug von Lörrach nach Hamburg ist zwar niedrig, klappt aber problemlos und erspart uns ca. 800 km deutsche Autobahn.
Das Stückchen von Hamburg nach Kiel liegt schnell hinter uns und nach einer Anreise von nur einer Nacht verzurren wir bereits am Nachmittag die MuZ und die Dicke im Bauch der Fähre.
Die M/F Scandinavia bringt uns ebenfalls über Nacht nach Göteborg und bei Sonnenschein beginnt ein neues Reisetagebuch...


06. - 07.07.09 Göteborg – Vammerviken
GPS: N 59° 13.393'     E 12° 7.791'
Strecke: Göteborg E45 - Åmål - Lv164 - Skåpafors - Lv172 Gustavsfors – Vammervikens Camping
km: 246
Camp: Vammervikens Camping, Zelt 2 Personen 150,- SEK, 3Bett Hütte 420,- SEK, Wiesenplatz am See, schöne Lage

Mit Sonnenschein begrüßt uns Schweden im Hafen von Göteborg. Wir sind neugierig, und voller Vorfreude auf ein neues Land verlassen wir die Fähre.
Göteborg liegt schnell hinter uns, der Norden lockt!
Also nehmen wir erst einmal die breite E45 um ein paar Kilometer Richtung Berge und Wald weiter zukommen.
Bis Åmål passieren wir einige Baustellen, jede Menge Autos, immer wieder tauchen recht großzügig verteilt die für Schweden so typischen roten Holzhäuser mit weißen Fensterrähmen auf und der Himmel sorgt schon bald mit Schauern und Nieselregen für Abwechslung.
Bei Åmål biegen wir auf die Lv (Lansväg) 164 und eine kurvige Straße geht in die dicht bewaldeten, hügeligen Berge. Die folgende Lv 172 ist noch ein wenig enger und der erste Fahrtag in Schweden endet etliche waldige Kurven später auf dem Vammervikens Campingplatz.
Da wir im Urlaub und nicht auf Weltreise und die Wiesen noch nass sind, gönnen wir uns eine der Hütten auf dem Platz. Eine gute Idee, denn der nächste Regen kommt schon bald.

Die Hütten (Stuga) in Schweden sind eine prima Sache! Mit Herdplatte, Kühlschrank und, am wichtigsten, mit Heizung ausgestattet bieten sie zu akzeptablen Preisen (ab 200,- SEK) eine trockene Alternative zum Zelt. Und Regen kann es hier schon mal geben...

Nachdem wir uns innerhalb kürzester Zeit großflächig in der schnuffigen Hütte verteilt haben, machen wir bei einem kleinen Erkundungsspaziergang ein paar Fotos von den ersten Pipi Langstrumpfhäusern und Trollen.

Im knapp 7 km entfernten Gustavsfors kaufe ich später im kleinen Supermarkt ein wenig ein, dann kochen wir und bei Regen geht es ab in die geheizte Hütte.
Dunkel wird es bereits jetzt schon nicht wirklich. Noch gegen 0:00 herrscht Dämmerung. Wenn die graue Wolkendecke nicht wäre hätten wir bestimmt ein tolles Licht. Naja, der Urlaub beginnt ja erst, das Wetter kann nur besser werden...

Frisch ausgeschlafen begrüßt uns der neue Tag. Wie wir uns wohl dran gewöhnen müssen mit grauem Himmel und gelegentlichem Nieselregen, bei 19°C.
Gegen Mittag fängt der Himmel an stellenweise zu leuchten - die Sonne lugt durch die aufreißende Wolkendecke!
Nachdem die Sonne bis zum Abend immer mehr rauskommt, drehen wir eine herrliche Runde durch Wald, Schotter und kleine Straßen. Herrlich, endlich ohne Asphalt! Immer wieder tauchen die typischen roten Holzhäuser mit weißen Fenstern auf, dann wieder nichts außer Wald, bis zum nächsten Anwesen / Dorf. Kurz auf die Lv172 - wir wollen mal nach Norwegen reinschauen, doch eine dicke graue Wand lässt uns umkehren. Wir passiere Lennartsfors auf einer kleinen Straße immer am Foxensee entlang, bis wir die Fähre in Sund erreichen. Wenige Kilometer am anderen Ufer und wir wären in Norwegen. Wir winken kurz und kurven ein weiteres kleines Sträßchen entlang. Den kleinen, etwas steril wirkenden Ort Bengstfors, nutzen wir zum Einkaufen und nehmen dann wieder die Straße zum Campingplatz unter die Räder.
Schon gestern sind uns die vielen Schilder aufgefallen, welche oft am Straßenrand zu sehen sind. "Loppis" steht da immer wieder. Unser Wörterbuch hilft uns weiter - Flohmarkt. Die Schweden scheinen eine große Loppis-Kultur zu haben - wir werden diese Schilder noch etliche Male zu sehen bekommen...

8.7.09 Vammerviken – Fryksås
GPS: N 61.1930983    E 14.5297583
Strecke: Lv172 Arvika - Rv61 Ri. Karlstad - Lv238 - E45 Orsa - Ri. Våmhus - Fryksås, Fäbodpensionat
km: 370
Camp: Komplex aus alten, restaurierten Holzhäusern, 300,- SEK p.P, (Preise je nach Hütte unterschiedlich) große voll eingerichtete Hütte, traumhafter Blick auf den Orsa Sjön

Die Fahrt bringt uns in ziemlich leere Gegenden mit herrlich weiten Ausblicken auf Wälder und Seen ohne Ende. Leider auch Gewitter und immer wieder Regen.
Ein paar Kilometer vor Mora halten wir an einem Café, wärmen uns mit Kaffee und Waffeln (prima! günstig, fettig, warm und mit lecker Marmelade und Sahne) und suchen uns auf der Karte einen Campingplatz mit Hüttenvermietung. Laut Reiseführer hat der einzige als nett beschrieben Platz (Våmhus Camping) leider keine. Als wir am nächsten Tag daran vorbei fahren ist jedoch auf dem Hinweisschild auch eine Hütte abgebildet..? So entschließen wir uns mal die anderen Plätze anzufahren. Der erste ist Sollerö Camping - bereits der Anblick von der Straße aus schreckt ab. Ein Wohnklo neben dem anderen, riesiges Gelände, Hütten dicht an dicht. Zögerlich fahren wir an die Rezeption und drehen gleich wieder ab. In Orsa tankt Alex und als wir wieder starten wollen kommt doch glatt der selbe Motorradfahrer den wir in Kiel am Hafen mit Triumph Scrambler und seiner Freundin, ebenfalls Triumph, getroffen haben um die Ecke! Na so ein Zufall! Die beiden waren ebenfalls den ganzen Tag im Regen unterwegs und sind in der Jugendherberge untergekommen. Er meint hier gibt's einen Campingplatz, immer der Straße lang. Also gut, den sehen wir uns noch an. Nach über 300 km Regenfahrt reicht es mir so langsam, ich sage noch das wir auf alle Fälle dort bleiben und evtl. Wohnklos einfach ignorieren sollen... Naja, gut gesagt, aber der Trubel wird immer wilder, am riesigen Orsa Camping steppt der Bär - wir sind beide erschlagen. Gut dass es keine freie Hütte mehr gibt!
Die Gegend um den, bekannten, viel beschriebenen und bestimmt traumhaften Siljansee ist vollkommen mit Massencampingplätzen versauigelt, wir sind ziemlich erschlagen von all dem Trubel - hier müssen wir nicht unbedingt bleiben...

Also weiter, wieder weg von Orsa der kleinen weißen Straße (weiß auf unserer Landkarte, und somit klein :)) Richtung Våmhus / Fryksås folgend hoch in die Berge zum über 100 Jahre alten Hüttenkomplex. Dichte Wolken hängen um uns, es windet kalt, hat aber keinen Trubel! Wir haben Glück, eine Hütte ist noch frei, wenn auch nicht ganz billig, dafür ab vom Schuss und mit traumhaftem Blick!
Unter uns sausen die tiefen, grauen Regenwolken vorbei, über uns auch... Es herrschen nasskalte 10°C auf ca. 450 müM. Innen, dem Strom sei Dank, bald schon satte 25°C :)

Es reicht uns beiden mit Frieren und Fahren und so richten wir uns in der urgemütlichen Hütte ein, verqualmen rasch die Räume mit einem kurzen Feuer im Kamin, bringen die Elektroheizung zum Glühen und lassen den anstrengenden Tag gemütlich ausklingen.

Gut das es so lange hell ist, das macht die lange Fahrt recht entspannt. Aber etwas Sonne und unser Zelt fehlen uns schon. Bei der Luftfeuchtigkeit ist's im Zelt allerdings zu ungemütlich mit all den nassen Klamotten.
Mal sehen was wir morgen so finden und wo wir landen...

9. - 11.7.09 Fryksås - Särna
Strecke: Fryksas - Våmhus - Älvdalen - Rv70 Särna
km: 129
GPS: N 61.6942000    E13.1445950
Camp: Särna Camping (Touriinfo), 2Bett Hütte 290,- SEK, klein + fein, direkt am See (Mücken), Campingcard Scandinavia (CCS) benötigt (einmalig 130,- SEK / Jahr)

Frisch erholt, die Klamotten so halbwegs trocken (bis auf die Stiefel, welche sich mittlerweile so voll gesogen haben das sie noch eine weiteren Tag brauchen) packen wir im Dauerregen bei 10° C zusammen. Im Haupthaus bezahlen wir und telefonieren mit der Rezeption vom Särna Camping / Touriinfo. Wir haben Glück, eine Hütte ist frei und wir reservieren sie gleich für 3 Nächte. Prima, da ist die absehbar nasse Fahrt doch gleich erträglicher!

Wir folgen der kleinen weißen Straße Richtung Älvdalen, wo wir auf die Rv70 wechseln. Die bringt uns durch meist menschenleere Waldlandschaft. Wieder kommen wir nach wenigen Höhenmetern in eine baumlose, fast schon alpine Landschaft. Zwischen drin die ein und andere Ortschaft, eine lange Baustelle und herrliche Ausblicke auf die beginnenden Berge.
Der Campingplatz in Särna macht bereits am Eingang einen sympathischen Eindruck, der Preis mit 290,- SEK pro Nacht ist ok und nach einem Kaffee breiten wir uns rasch in der kleinen Hütte aus.
Um zu sehen ob es wirklich nicht dunkel wird stellen wir sogar den Wecker auf 2:30 und linsen mal raus. Es ist tatsächlich noch dämmerig hell!

Die drei Tage hier nutzen wir zum Trocknen von Stiefeln und Ausrüstung, Entspannen und auf die Sonne warten. Die kommt auch fast einen ganzen Tag lang mal raus und so können wir eine kleinen Spaziergang durch den lang gezogenen Ort machen.
Särna ist klein, recht beschaulich und nett. Kaum Tourismus, der Campingplatz ist recht leer.
Angeln darf man in vielen Gebieten nur mit erworbener Lizenz. Da ich mal wieder ein wenig mit den Fischen spielen möchte, kaufe ich eine Angellizenz für 100,- SEK, welche 48h gilt. Damit darf ich im Gebiet Särna und Umgebung fischen, was ich auch gleich versuche. Dummerweise ist der Zugang zum See ziemlich seicht - wäre gut gewesen das vor dem Kauf der Lizenz mal zu checken... So übe ich halt das Auswerfen, natürlich ohne ewas zu fangen, aber mit gutem Gewissen ;). Da ich ja bekanntlich keine Ahnung habe welche Köder für welche Fische sinnvoll sind muss ich ausprobieren, was bei Regen und Mücken am Fluss nicht wirklich Freude bereitet. Natürlich regnet's als ich so übe (gut das mich keiner sieht ;)) und ziemlich nass komme ich zur Hütte, wo Alex bereits einen Tzipouru (griechischer Tresterschnaps :)) gerichtet hat.
Dann brutzelt sie die Elchwurst mit Nudeln und danach gehe ich nochmal runter zum Fluss ein wenig Auswerfen üben, bis ein erneuter Regenschauer anrückt.

11.7.09

Seit heute morgen scheint meist die Sonne bei angenehmen 20°C! Jetzt gerade kamen drei Regentropfen vorbei, im Süden ist's grau, aber die Sonne scheint - herrlich! Wie wäre das schön wenn wir endlich das Sauwetter hinter uns hätten.
Alex begleitet mich später zum Angelplatz und geht noch eine Runde spazieren, während ich die Fische belustige. Mal ein gelber Wurm, mal ein orangefarbener, dann wieder ein schwarzer. Doch trotz all meiner Hartnäckigkeit beißt keiner an. Zwei Regenschauer passieren mich, die ich unter den Bäumen mit mehreren Spinnen, Motten und Mücken abwarte. Dann wieder ein Sonnenloch mit fantastischem Licht. Als ich wieder in die Hütte komme sind über 2h rum, Alex hat schon ein paar Nudeln gegessen und ich natürlich nix gefangen - hier gibt's gar keine Fische! ;)

Zum Espresso leuchtet ein herrlich kitschiger Sonnenuntergang mit bombastischem Rot - wir knipsen einige Bilder, den Mücken gefällt's auch...
Noch gegen 23:30 zeigt der Horizont ein rosarotes Licht durch die grauen Wolken - wäre es wolkenlos könnte man noch draußen lesen.

12.7.09 Särna - Ljusnedal
Strecke: Rv70 Särna - Mökret - Gördalen - Mökret - Rv70 Idre zurück Ri. Särna - Lv311 Tännäs - Rv84 Funäsdalen - Ri. Ljungdalen – Ljusnedal, Stuga „Buhr“
km: 276
GPS: N 62.5421467    E12.6096283
Camp: Stuga Buhr, direkt am Fluss, ein kleines Paradies! 300,- SEK, 4-Bett komplett eingerichtet, Holz, Sauna

Der Morgen beginnt mit einem Schauer, uns geht das Wetter so langsam aber sicher auf die Nerven obwohl unsere Ausrüstung und die Motos durchaus unterwassertauglich sind! Die Aussichten sind durchwachsen. Na wenigstens kein Dauerregen. Nach einigem Überlegen entschließen wir uns dennoch abzufahren und die Runde über die kleine weiße Straße über Mökret nach Rossbacken auf die Rv (Riksväg) 70 zu fahren. Eine kleine, herrliche Straße. Nur stimmt die Karte leider nicht, wir landen (übrigens von einem kräftigen Schauer begleitet...) in Gördalen, kurz vor Norwegen in der falschen Richtung. Die Abzweigung nach Rossbacken ist nicht ausgeschildert, also drehen wir um. Knapp 12km vor Gördalen geht eine breite Schotterpiste in den Wald. Dies könnte die Straße nach Rossbacken sein, aber da es regnet haben wir keine Lust auf Experimente.
Nun gut, wir erreichend die Rv70 im Regen und ich knattere zu weit. Idre ist falsch, wir hätten vorher nach Tännäs auf die Lv311 abbiegen müssen. Meine Regenhose verrutscht im heftigen Regen, die Unterhose schwimmt und ein großer Schwall läuft in den linken Stiefel. Ich hab die Faxen dicke, meine Laune sinkt kurzfristig auf Minuswerte.
Also wieder retoure und die Abzweigung auf die Lv311 nach Tännäs hoch. Hier hört der Regen endlich wieder auf und lässt uns dann die restliche Fahrt in Ruhe. Aber alles ist nass und hier oben so um die 900 Meter ist's auch noch recht kalt.
Alex schafft es mich beim nächsten Stopp wieder zum Lachen zu bringen und der Regen zieht westlich von uns vorbei.

Die Lv311 ist eine reizvolle Straße durch traumhafte Waldlandschaft mit Alaska ähnlichen Ausblicken! Ziemlich bald kommen wir in baumlose, alpine Landschaft. Nur haben wir lediglich knapp 900 Höhenmeter. Auch an den Bergen ringsherum scheint die Baumgrenze ziemlich niedrig zu liegen. Dadurch fühlen wir uns immer wesentlich höher als wir es sind. Einige Rentierherden kreuzen die Straße, die Sonne kämpft sich wie zum Trost gelegentlich durch. So können wir diese wundervolle Landschaft wenigstens genießen.
Wegen Kälte und überhaupt beschließen wir bereits in Tännäs eine Unterkunft zu suchen. Den ersten Schildern "Stuga" folgend landen wir auf einem Bauernhof. Der Bauer spricht kein Englisch und ist durch einen Schlaganfall gezeichnet. Dennoch versteht er "Stuga", schwingt sich schnell auf sein Quad, klemmt den gelähmten Arm an den Lenker und knattert davon. Wir sollen ihm folgen. Machen wir, wenn auch etwas irritiert. So viel Mühe muss er sich nun wirklich nicht machen, wir wollten ja eigentlich nur mal fragen.
Der nette, trotz Sprachhindernissen und Aphasie sehr mitteilungsbedürftige Schwede biegt in den Wald und zeigt uns zwei große Hütten, die wohl ihm gehören und bewohnt sind. Kein Problem, er zeigt uns ein der beiden. Naja, irgendwie war unsere Frage nach einer Stuga so nicht gemeint. Es ist ungemütlich und der nette Bauer ist so schrecklich anstrengend. Mit höflichen Worten schaffen wir es uns halbwegs galant wieder zu verabschieden.
Ehe wir uns versehen sind wir wieder auf der Hauptstraße und halten auf einen Kaffee und Hamburgare im Ortskern. Der besteht aus der Kirche, einer Jugendherberge und einem kleinen Rasthof mit Zapfsäule.
Wir beschließen im nächsten Städtchen zu suchen und verlassen diesen merkwürdig leeren Ort nicht ungern wieder Richtung Rv84.
Der nächste Ort ist schon wesentlich ansehnlicher, wenn auch touristischer. Funäsdalen ist ein Skiort, hat aber so direkt am Lossensee gelegen und mit schönen Bergen drumherum einen gewissen Reiz.
Campingplätze hat's auch aber keine Hütten darauf. So folgen wir der kleinen Straße nach Ljusnedal und biegen einem Schild "Stuga" folgend ab. Sehr netter kleiner Hof mit mehreren Hütten in der Umgebung und einer sehr freundlichen Besitzerin. Diese meint entschuldigend das sie nur Hütten für 5 und mehr Personen habe und der Ort hier mehr auf Skitouristen als auf Sommerurlauber eingestellt sei. Aber ein paar hundert Meter zurück sei eine kleine Stuga, allerdings ohne fließend Wasser und klein. Na und? Das suchen wir doch! Sie ist so nett und ruft dort an. Die Hütte sei frei und koste 300,- am Tag.
Na nix wie hin! Kaum auf dem tief geschotterten Hof angekommen werden wir von einer sehr freundlichen Schwedin begrüßt und sie führt uns zu der kleinen Hütte am Fluss. Bereits von außen ein Traum, keine weiteren Touris / Hütten drumherum. Von innen Luxus pur - 4 Betten, gemütlich eingerichtet und der Hammer - eine kleine Sauna mit Grasdach. Diese heizt Gunilla, die nette Besitzerin auch gleich für uns an.
In der Hütte ein kleiner Bollerofen welchen wir nach belieben heizen dürfen, oder die E-Heizung benutzen sollen. Holz ist ausreichend vorhanden, wir haben freie Hand. Sogar ein kleines Boot liegt am Steg, natürlich ebenfalls zu freien Verfügung. Wir sind sprachlos und verlängern gleich auf 2 Nächte.

Hier fühlen wir uns dermaßen wohl das uns das Herz aufgeht - nach so einem nassen Fahrtag eine Wohltat!
Während die Sauna heizt fahre ich nochmal rasch nach Funäsdalen im ICA ( Anm.: Supermarktkette welche uns unterwegs immer gut und günstig versorgt hat ) einkaufen.
Dann die herrliche Sauna, die ganze Kälte raus geschwitzt und ab an den Herd. Alex zaubert in kürzester Zeit ein lecker Essen und danach beschließen wir unseren Aufenthalt hier weiter auszudehnen. Eine Woche hier wäre klasse, schließlich sind wir ja im Urlaub! ;))
Bei hellem Dämmerlicht, fallen wir spät und hundemüde in die Stockbetten.
Was für ein Tag!

13.7.09
Gut ausgeschlafen wachen wir auf, draußen ist's bewölkt, gelegentlich schauert es heftig. Ich hab die Angel mal wieder ausliegen, die Fische lachen drumherum. So vergeht der Vormittag mit Sonne, Schauern, Angeln und Essen. Nachdem Alex das kleine Boot leer geschöpft hat stechen wir eine kleine Rund in See, die Angel im Schlepp.

Mittlerweile schon Abend, machen wir einen kleinen Verdauungsspaziergang ins Dorf Ljusnedal.
Zufällig entdecken wir ein kleines Freilichtmuseum. Ljusnedal war vor knapp 200 Jahren eine Eisenerz verarbeitende Stadt, Köhlerei und Sägewerk. Die alten Gebäude sind reizvoll im Abendlicht, wir sind die einzigen hier und knipsen was die Speicherkarten hergeben.
Nett hier und so herrlich einsam!

Auf dem Rückweg treffen wir auf Tommy und Gunilla, unsere Vermieter mit ihrem Hund Nua. Wir können bis Samstag bleiben. "Auch gerne länger!", meint Gunilla lachend während Tommy zwei große Saiblinge für uns aus der Kühltruhe zieht, die er uns mit einem Lachen schenkt. Ob sie Mitleid mit meinen bisherigen, hartnäckigen aber erfolglosen Angelversuchen am Fluss haben? ;)

Noch bis spät in die Nacht ist es draußen so hell wie in Freiburg bei schlechtem Wetter am Nachmittag, lesen ist problemlos möglich. Der Himmel ist klar und von NW beginnt eine orange-rosa Färbung - irre!

Wir sitzen um halb zehn Uhr abends bei Tee und Muffin am Küchentisch, der Tagesrhythmus scheint dahin ;)
An die hellen Nächte gewöhnen wir uns jedoch rasch und staunen immer wieder auf's Neue über die herrlich kitschigen Farbenspiele bis spät nachts.

14.7.09
Draußen linst die Sonne immer wieder durch die, nach anfänglichem Regen aufreißende Wolkendecke, das Thermometer klettert sofort auf 18°. Die Fische im Fluss platschen - sie wollen wieder spielen ;)

Am Mittag haben wir Lust auf eine kleine Ausfahrt und die Sonne im Rücken nehmen wir die kleine weiße Straße nach Ljungdalen unter die Räder. Diese wird nach der Abzweigung unbefestigt, aber sehr eben. Rasch geht es bergauf und wir bekommen einen herrlichen Ausblick auf die, stellenweise noch mit Schneefeldern bedeckten Berge ringsherum geboten. Da wir endlich einmal Zeit und Sonne haben füllen wir die Speicherkarten mit wunderschönen Fotos. Einige Kilometer vor der Passhöhe halten wir erneut und werden nach wenigen Minuten stürmisch begrüßt. Von einem großem Schwarm Bremsen!!! Hilfe, nix wie Helm auf und Gas! Noch einmal anhalten und bei laufendem Motor und geschlossenem Visir die Kamera ausgelöst und schnell weiter - wie die Japaner ;)
Bald darauf erreichen wir die Passhöhe mit knapp 900müM. Eine karge, alpine Landschaft, kein Wald aber herrliche Ausblicke auf Berge mit Schnee, einige sind knapp 1800m hoch.

Der Platz scheint bei Touris beliebt zu sein, es tummeln sich einige Wohnklos und sogar ein Bus kommt an. Die Straße ist für ihre Größe recht ordentlich befahren.
Wie so oft wenn wir mit den Motos irgendwo stehen kommen wir mit den Menschen ins Gespräch. Mich spricht eine Schwedin in fließendem Deutsch an. Sie wohnt knapp 30km nördlich vom Polarkreis und macht auch gerade einen Kurzurlaub, hier im "Süden". Ihr Wohnort und die Lebensbedingungen dort machen mich neugierig. Sie erzählt es sei im Sommer sehr mild und die Vegetation wachse so schnell, dass man mit dem Ernten kaum nach komme. Nacht gibt es dann nicht, dafür brennen im Winter in fast vollständiger Dunkelheit innen oft sehr starke Glühbirnen.
Wir fahren nach einem ausgiebigen Fotostopp weiter nach Ljungdalen - ein kleines Örtchen im Tal. Sieht nach Wintersportort aus. An der Kreuzung biegen wir links ab, rechts führt die Straße nach Årsana, knapp 108 km lang. Auf Schotter geht's berghoch durch den Wald bis die Straße nach knapp 6km in einem Parkplatz mitten im Wald endet. Von hier aus kann man zu Schwedens südlichstem Gletscher wandern, wir drehen um und versuchen am rauschenden Bach zu vespern. Die beißenden Fliegen sind aber auch schon da und so verlegen wir die Vesperpause in den Ort am ICA.
Frisch gestärkt geht's wieder retoure, mit einigen Fotostopps und mit einem kleinen Schauer erreichen wir wieder die befestigte Straße, biegen links ab und statten Funäsdalen noch einen Besuch ab.

Wieder an unserer Hütte gehen wir ans Grillen - die beiden Saiblinge die wir gestern geschenkt bekommen haben wollen gegessen werden :) Trotz zweier Schauer die mal wieder kurz vorbeischauen, wird die Glut gut und die beiden lachsartigen Fische schmecken fantastisch!
Dann noch eine Runde Sauna zum Sauberwerden und satt und zufrieden beenden wir diesen herrlich sonnigen Tag. :) Da wir kaum nass wurden bei den wenigen Schauern ignorieren wir so wenig Regen bereits ;)

15.7.09
Die Sonne lacht noch immer als wir aufwachen!
Wir genießen die Wärme am Steg, drehen eine Runde im Boot, ich angle immer wieder und siehe da- der erste Fisch beißt sich am Haken fest! Eine Bachforelle hängt am Haken! Durch den ersten Fang eines wilden Fisches in meinem Leben wieder hoch motiviert werfe ich weiter den Blinker aus, bis Gunilla mit Nua zum Baden kommt und ich eine Pause einlege.
Ein paar Minuten nachdem sie wieder weg ist, kommt sie mit ihrem Mann Tommy wieder und die beiden schlagen uns vor mit ihnen zu einem Fluss im Wald zu gehen wo wir ein paar Forellen angeln könnten. Aber gerne!
So sitzen wir wenige Minuten später im Auto, biegen den Schotterweg in den Wald ab und parken am Rastplatz. Von hier aus geht ein kleiner Weg am rauschenden Gebirgsbach entlang, wir sind mit zwei 6m langen Angeln und einer Dose voller Regenwürmer bestückt. Tommy zieht eine Angel aus, fädelt geschickt einen Wurm auf den Haken und wirft sie aus. Kurze Zeit später zappelt die erste Bachforelle daran! Uhi, das ging ja fix! Jetzt sollen wir. Die zweite Angel ausgezogen zieht auch Alex bald ihren ersten Fisch aus dem Wasser. Tommy und Gunilla suchen immer wieder geeignete Stellen, zeigen uns wohin wir die Angel auswerfen sollen und wir fischen eine nach der anderen. Da kann man fast sogar die beißenden Fliegen und surrenden Mücken vergessen. ;))

Nach knapp 60 Minuten haben wir 9 Forellen gefangen (eigentlich 10, eine hat Alex aus der Hand flutschen lassen :)), ein ordentlicher Schauer zwingt uns zur Rückkehr. Die Fische sollen wir behalten und die Angeln auch mit zur Hütte nehmen. "Legt doch eine über Nacht aus, dann ist morgen vielleicht ein großer dran", schlagen sie vor. Das mache ich, hole sie aber bevor wir schlafen gehen leer wieder rein, da ich keine Lust habe nachts die Angel zu kontrollieren und Alex der Fisch leid täte der dann stundenlang am Haken kämpft.
Die 10 Forellen braten wir in der Pfanne - hmm, nur mit Brot und dem letzten Wein - saulecker!
Heute morgen hat Alex den letzten chilenischen Lachs  aus dem Supermarkt aufgetaut, da meine Fangquote ja normalerweise nicht für ein Abendessen reicht. Jetzt braten wir ihn halt, damit er sich noch einen Tag hält, für morgen als Vesper.

16.7.09
11:21 Schon am Morgen donnert es in den Bergen, immer wieder regnet es. In Radio Norge kommt ein Regenhit nach dem anderen - kein Wunder regnet's! ;)
So schreibe ich Tagebuch, Alex putzt Stiefel, der Regen prasselt auf's Dach. Doch ist es nicht durchweg grau, stellenweise kommt sogar der blaue Himmel durch - hoffen wir mal das Beste...
Bis zum Nachmittag wird es tatsächlich wieder trocken und wir spazieren eine Runde durch den Wald. Diese wird knapp 3 Stunden lang in denen wir außer ein paar Mücken und jeder Menge Bäumen niemandem begegnen - fantastisch!
Wir stapfen durch den satt-grünen, dichten Märchenwald, immer den rauschenden Bergbach nebenan. Auf dem Gipfel bekommen wir einen tollen Ausblick auf Wälder, Seen und die Skipisten von Funäsdalen. Dem mehr als gut gekennzeichneten Wanderweg wieder runter, um einen See herum und schwupps genau an der Abzweigung zur Hütte ausgekommen - bei leicht einsetzendem Regen...

17.7.09
Die Sonne linst am Morgen wieder gelegentlich durch die Wolken, draußen weht ein kühler Nordwind. Der Himmel reißt immer mehr auf, bis zum Nachmittag haben wir Sommer pur, bei strahlend blauem Himmel!
Heute ist unser letzter Tag hier - schade und schön das es weitergeht. Schließlich haben wir ja noch ein paar Tage Urlaub, auch wenn wir beide das Gefühl haben, wenn wir hier abfahren ist es rum - so schön ist's hier!
Wir genießen heute einfach nur das immer sonniger werdenden Wetter und die Ruhe.

Der Nachbar und Tommy machen Freitags immer Sauna. Als sie fertig sind fragt uns der Nachbar ob wir die Sauna auch noch nutzen wollen. Sie sei noch schön warm. Na klar wollen wir! Und so kommen auch wir noch einmal in den Genuss. :)
Am Abend schwatzen wir noch ein wenig mit Gunilla, die uns zu einem Spaziergang einlädt. Wir aber wollen diesen herrlichen Moment an "unserer" Hütte noch einmal so richtig auskosten und bleiben lieber hier. Sie kann uns verstehen.
Heute haben wir zum ersten Mal einen wolkenlosen Himmel und so können wir das Farbenspiel der untergehenden Sonne so richtig genießen. Die Helligkeit in dieser Nacht ist beeindruckend, ein wunderschönes Licht!

18.7.09 Ljusnedal - Norwegen, Åsholmen Camping
Strecke: Ljusnedal - Funäsdalen Rv84 - Norge, Rv31 - Brekken - Lv705 Stjørdal - E6 Ri. Narvick - Lv753 Frosta - Ri. Ekne – Staur - Åsholmen Camping
km: 246
GPS: N 63.6651167      E10.8768883
Norwegen:
Währung: 1,- € = 8,80 NOK    10,- NOK = 1,35 €
Benzin: 95 Okt. ca. 12 NOK =  1,35 €

Camp: Åsholmen Camping, Zelt 90,- NOK ( ca. 11,- € ), eigentlich netter Platz, viele Deutsche!, direkt am Meer mit schönem Ausblick, viele Wohnklos, neben kleinem Zeltplatz feste Wohnwagenstellplätze mit Vorgärtchen

Bei immer noch strahlend blauem Himmel nehmen wir ein wenig schweren Herzens Abschied von unserem kleinen Paradies bei Gunilla und Tommy, tanken, füllen die Vorräte auf und nehmen die Straße Richtung Norge unter die Räder.
Die Grenze in den Bergen erreichen wir bald, doch die einzigen die sich hier für uns interessieren sind ein paar Bremsen. Schade, ein norwegischer Stempel im Pass wäre schon nett. Aber hier ist nicht mal jemand dem man unsere Pässe aufdrängen könnte ;)) (Anm.: Ein kleiner Schaden aus der Zeit unserer Weltreise. Grenzen waren im Nachhinein immer ein Erlebnis, wie auch immer...)

Eine herrliche Fahrt durch Wald und Berge, eine Landschaft welche uns ständig an Kanada erinnert. Die Ausblicke auf schneebefleckte Berge, anfangs noch Birken, dann Nadelwald, kurvige Straßen mit immer neuen, traumhaften Ausblicken - ein Genuss! Je näher wir dem Trondheimfjordgebiet kommen destso häufiger erinnert die Landschaft wieder an den Schwarzwald oder die Nordschweiz. Sanfte Hügel, viele Kornfelder, ab und zu wieder ein etwas höherer Berg.
Dann sind wir auf der breiten E und nicht besonders traurig diese bald wieder verlassen zu können. Die Halbinsel im Fjord begeistert mit engen Kurven, schöner Landschaft und weitläufigen Ausblicken auf den Fjord.
Den Campingplatz direkt am Fjord den wir uns auf der Karte ausgesucht hatten erreichen wir über eine knapp 3km lange, enge Schotterpiste - sehr viel versprechend. Als wir ankommen tanzt dort allerdings der Bär! Die eine, größere Hälfte besteht aus fest stehenden Wohnklos, mit an Schrebergärten erinnernden Hütten dran. Die Wiese für Zelte ist bereits mit mobilen Wohnklos bevölkert, davon viele Deutsche. Nach der Ruhe und Beschaulichkeit unseres kleinen Paradieses in Ljusnedal schon ein wenig geschockt. Wir bleiben dennoch und finden ein Plätzchen für unser kleines Zelt, wo man die Labertaschen aus Recklinghausen, Unna und Hildesheim nicht ganz so laut hört.
Der größte Trubel ist allerdings ein Loppis (Flohmarkt) der gegen Abend abgebaut wird.
Nach dem Abendessen dann der absolute Brüller - der Nachbar mit Wohnwagen aus Unna installiert doch tatsächlich eine kleinen Rasensprenkler in einem wilden Stück Wiese vorm Vorzelt und der Deutschland-Fahne und besprenkelt damit so knappe 0,5qm!!!! Wir brechen fast zusammen, haben ja schon einige spaßige Camper gesehen aber so etwas...

Wir genießen noch eine Weile das fantastische Farbenspiel des Himmels bevor wir uns ins Zelt verkriechen. Der Himmel ist fast wolkenlos bei kräftigem Nordwind, der erstaunlich warm bläst.

19.7.09 Åsholmen Camping Norge – Lit, Svenska
GPS: N63.3196633    E14.8659117
Strecke: Åtlo - Ekne E6 Brannan - 72 Sandvika Schweden - Anjan (nettes Gasthaus in den Bergen!) - Järpen - E14 Dvärsatt - Querstraße Lit - E45 Lit - Lit's Camping
km: 293
Camp: Zelt 125,- SEK, Kiosk, Hütte ab 335,- SEK, Küche, Aufenthaltszelt, Platz im Wald an künstlichem Badesee und Fluss ( leicht mückig )

Bereits in der Nacht dreht der Wind von Nord auf Süd und die ersten Tropfen prasseln ab und an aufs Zelt. Wir schaffen es genau beim Start eines Regenschauers loszufahren und erreichen die E6 über die schmale und schöne Küstenstraße über Ekne. Dort steht plötzlich eine größere Fabrikanlage die so gar nicht ins Bild der lieblichen Landschaft passt.
Bis wir nach wenigen Kilometern die E wieder verlassen haben wir auch den Regen abgehengt und schrauben uns durch ein wunderschönes Tal, wieder mit kanadischen Ausblicken, die Berge Richtung Schweden hinauf. Bereits einige Kilometer vor der Grenze steht ein Toll Post, der uns verlassen passieren lässt. Hmm, sieht wirklich schlecht aus mit 'nem neuen Stempelchen im Pass ;) Die Straße gabelt sich nach einem Weilchen, wir nehmen die Abzweigung nach links, die zwar einen knapp 50 km langen Umweg Richtung Östersund aber auch eine wesentlich schönere Route verspricht.
Mit Erreichen der Schwedischen Reichsgrenze hört der Asphalt schlagartig auf und es wird ziemlich urig. Der uns bereits von vielen Nebenstraßen bekannte, teils topfebene feste Schotter unter den Stollen gibt der kargen Berglandschaft mit vielen Seen und Flüssen doch gleich ein anderes Bild. Wir genießen die Fahrt, den Regen haben wir ja bereits umrundet, nur stellenweise ist die Straße feucht und verlangt nach etwas Vorsicht. Der Belag wird ziemlich schmierig und lehmig wenn er nass ist.
Fantastische Ausblicke lassen die Fahrt zum Genuss werden, da können wir die knapp 13°C und die tief ziehenden grauen (aber trockenen!) Wolken auch ganz gut ertragen.

Die auf der Karte angegebenen Orte sind eigentlich nur Ansammlungen einiger Hütten oder auch mal nur ein Ortsschild. Da Sonntag ist stehen immer mal wieder Autos im Gebüsch, sonst ist hier oben nichts los - schön!
In Anjan steht ein herrlich uriges Gasthaus das zum aufwärmen und Kaffee einlädt. Zum Kaffee gibt's mal wieder Waffeln - dieses mal mit Moltebeeren - lecker und orange. Es ist jedes mal spannend welche Marmelade man auf die Waffeln bekommt! :)
Gut aufgewärmt und gestärkt holpern wir weiter durch die einsame Berglandschaft bis wir bei Kall wieder auf Asphalt stoßen. Dennoch nicht viel weniger schön schwingt sich die weitere Abfahrt durch die waldige Landschaft bis Järpen, wo wir tanken und auf die E14 abbiegen. Die ist gut ausgebaut und langweilig zu fahren aber landschaftlich auch noch schön. Bei Ås nehmen wir wieder eine kleine weiße Straße Richtung Lit. Und schon gravelts wieder unter den Stollen durch eine leibliche Landschaft mit Höfen und Feldern bis wir bei Lit die Rv45 erreichen und den Schildern zum Campingplatz folgen.
Uns ist's zwar kühl bis kalt aber die kleinen Stugas sind bereits vermietet und so stellen wir zum 2. (!) Mal unser Zelt auf. Nudeln und Milch gibt's im Kiosk, die Duschen kostet diese mal nicht extra und so liegen wir bald aufgewärmt, müde und satt im Schlafsack.
Der Regen beginnt leise auf's Zelt zu klopfen...

20. - 21.7.09 Lit - Skog
GPS: N 62.9223467    E 18.0696333
Strecke: Lit - Rv45 Östersund - E14 - Rv87 Sollefteå - Rv90 Lunde - Lv322 / E4N - Skog, Störsjö Trädgårds Camping
km: 261
Camp: Störsjö Trädgårds Camping, 2-Personen Hütte 250,- SEK, sehr einfach und alt,  Betten katastrophale Feldbetten, Lage oberhalb vom See, überschaubarer Platz, Kiosk, Dusche 1Min. 1,-SEK

Wir kommen noch halbwegs trocken los doch steuern Östersund bereits in beginnendem Regen an. Wir wollen nach einem Tarp zu suchen. Die Stadt erreichen wir über die E14 rasch, sie wirkt recht überschaubar und wir halten am Touristbyro. Dort fragen wir nach einer Möglichkeit ein Tarp zu kaufen. Der Regen hat sich mittlerweile festgesetzt und bereits ziemlich feucht erreichen wir nach wenigen Minuten das uns beschriebene Einkaufsviertel an der E14. Die uns empfohlenen Geschäfte finden wir auch - Baumärkte und Holzladen, aber kein Tarp. Ein netter Angestellter vom Holzladen schickt uns zu einem Caravancenter im nächsten Shoppingviertel Torvalla. Auch das liegt an der E14, den Laden finden wir rasch, aber die verkaufen nur Caravans, bieten uns aber einen an :). Dort schickt man uns wieder retoure zu einem Outdoorladen. Also wieder zurück und vergeblich gesucht. Mittlerweile ist's Nachmittag und wir fahren halt ohne Tarp auf die Rv87.
Knapp 4 Stunden Regenwetter der sehr ergiebigen Sorte erwarten uns. Einziger Lichtblick wird die Pause bei Bispgården im Falcon Café. Ein netter Biker der unsere Pfützen unter den Stühlen mit Humor nimmt und saulecker Hamburgare mit umfassender Zutatenauswahl serviert, scheint der Chef zu sein. Er will am Freitag mit seiner Intruder nach Gotland und hat ein Herz für Leidensgenossen bei dem Sauwetter. Frische gestärkt und aufgewärmt stürzen wir uns wieder in den Dauerregen bei knappen 15°C.

Die Rv87 verläuft meist schnurgerade und es sind 110 km/h erlaubt, was uns bei dem Wetter durchaus entgegen kommt. So kommen wir wenigstens rasch vorwärts und können die, bei Regen immer langsamer werdenden Caravans und Autos zügig überholen. Landschaftlich fallen viele, teils recht große Steinbrocken im dichten Birkenwald auf, viel weiter reicht der Blick oft leider nicht. Scheint aber ganz nett hier zu sein, wenn es nicht regnet...
Nach weiteren knapp 130 pitschnassen Kilometern suchen wir eine weitere Möglichkeit zum Aufwärmen. Man soll nicht meinen wie leer die Gegend zwischen den Dörfern / Ortschaften hier ist - meilenweit nichts, dann ein Ortsschild und wieder nix! Irgendwo bei Kramfors finden wir eine Pizzeria. Hauptsache trocken und ein Käffchen, oder sogar Cappuccino? Ist ja ein Italiener! Hat er aber nicht, nur abgestandenen Kaffee für die üblichen 15,- SEK. Naja, dann hinterlassen wir halt wieder unser Pfütze, trinken den schlechten Kaffee und siehe da, eine Regenpause bahnt sich an!
Noch voll gesogen mit Wasser ziehen wir nach dem kurzen Päuschen weiter. Der Ort ist ziemlich trostlos und von einer stinkenden Zellulosefabrik geprägt. Dann kommt der Regen wieder und wir beschließen schon mal nach einer Stuga zu suchen. Noch bevor wir wieder die E4 erreichen passieren wir einen weiteren See und einen recht beschaulichen Platz mit Hütten. Na wer weiss was noch kommt, also biegen wir rein und fragen mal.
Der nette Platzwart hat doch glatt noch eine 2er Stuga frei, der Preis ist günstig, uns reicht's und so bleiben wir für 2 Nächte hier.
Die Hütte ist von außen allerdings schöner als von innen aber sie ist warm und trocken. Heizung an und ausgebreitet!
Frisch geduscht und vollgestopft mit Nudeln und Mamas Kötbullas liegen wir wenig später im umgebauten Bett.

Nach einer herrlich erholsamen Nacht ziehen die grauen Wolken ohne Regen (oder zumindest nur ein wenig Niesel ab und an) so langsam ab, der Himmel zeigt bereits helle Abschnitte :) Unsere Klamotten trocknen fleißig bis wir am Nachmittag eine kleine Ausfahrt in die Schären wagen.
Beim gleich mit erledigten Einkauf in Ullänger staunen wir nicht schlecht - auf dem Parkplatz stehen zwei neon-orange Plakate. Auf dem ein steht in großen Lettern: „Efter Regn komma Sken!“ (Nach dem Regen kommt die Sonne) und auf dem anderen: „Solen är snart här!“ (Die Sonne ist bald hier!) - die sind echt drollig die Schweden! :)

Dermaßen aufgebaut fahren wir dann eine Runde nach Norfällsviken in die Schären. Teils wieder Schotter, teils hügelige Landstraße in waldiger Landschaft, welche wieder an den Schwarzwald erinnert. Dazu ein immer blauer werdender Himmel, die vielen rosa farbenden Blumen am Wegesrand leuchten mit anderen Wiesenblumen um die Wette - Sonne kann auch schön sein!

Wir hatten einen schönen und vor allem fast regenfreien Tag und freuen uns auf morgen, da die Vorhersage von mehr Sonne spricht! Dann ziehen wir weiter Richtung Süden. Auf das die Wettergötter uns beistehen!





 
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