km 18335 - 18935 (rechnerisch, da Tachos
defekt)
Über
eine Woche vebringen wir in Ulan-Baatar,
ehe wir uns wieder auf den Weg zu Ochirs Familie in Suchbaatar machen.
Zehn Tage in der wir ein paar neue und alte Gesichter treffen - Lars aus
Freiburg ist unplanmäßig ebenfalls mit seiner "BMW-Kuh Resi" hier
eingetroffen und Barbara und Dalbir sind auf dem Weg über China nach Singapur
mit ihrer Honda 'Dominator' hier gelandet. Auch Katrin und Juni - Suzuki DR und
KTM LC4 - lernen wir kurz kennen. Die beiden haben leider etwas Pech, denn die
KTM hat bereits den zweiten Motorschaden erlitten. ( Wir wünschen Euch mehr
Glück, auf der Weiterreise! )
Eigentlich
wollten wir die recht dreckige Großstadt am 20.08. verlassen, aber Dalbir hat
einen sehr guten "Khoomei"-Sänger kennengelernt, der uns gerne eine
kleine "Privatvorstellung" geben will und uns ein wenig über die
faszinierende Gesangstechnik der Mongolen erzählen wird. ( "Khoomei" ist ein Kehlkopfgesang, teilweise mehrstimmig und
hört sich fantastisch an. )
Diese
einmalige Gelegenheit möchten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so
bleiben wir also noch bis zum 22.08.
Zu
erledigen haben wir eigentlich nichts mehr und wir nutzen wir die zusätzlichen
zwei Tage um unsere Emails mal wieder gründlich zu pflegen, lassen ein wenig
die Seele baumeln und besuchen noch das "Gandan Kloster".
Hier
steht ein fast 26 m hoher, vergoldeter Buddha in einem Tempel. Der sieht
wirklich beeindruckend aus, darf aber nur gegen eine relativ hohe Gebühr
fotografiert oder gefilmt werden, also lassen wir's. Der Rest der Klosteranlage
ist auch ganz nett und wir begnügen uns mit dessen näherer Betrachtung.
Der
letzte Abend wird dann wirklich Klasse! Um 21.00 sind Dalbir, Barbara und wir
mit dem, anscheinend sehr bekannten, "Khoomei"-Künstler verabredet.
Der 25-jährige Sänger kommt auch "mongolisch pünktlich" um 23.00 und
führt uns in seine Gardarobe im Theater.
Dort
schnappt er sich seine Pferdekopf-Geige, wir bauen unsere Kameras auf und er
führt uns erst einmal die verschiedenen Stile dieser ungewöhnlichen
Gesangstechnik vor, bevor er noch sein Lieblingslied und ein wenig Gesang ohne
Instrument zum Besten gibt.
Seine
englischsprechende Freundin dolmetscht und so lernen wir einiges und lauschen
gespannt seinen Künsten. Ein toller Abend und das Warten hat sich mehr als
gelohnt!
Am
22.08. verlassen wir dann endgültig die schnell wachsende Millionenstadt und
sind froh, nach wenigen Kilometern endlich wieder saubere Luft atmen zu können.
Ulan-Baatar
wächst ständig, überall wird gebaut und ein Mongole, den wir in einem Imbiss
trafen und der die Stadt vor zehn Jahren das letzte Mal besucht hat, war sehr
überrascht. Heute hätte man hier nicht einmal mehr Platz zum Spucken - dabei
tun dies die Mongolen für ihr Leben gerne...
Ochir
empfängt uns mit seinen köstlichen selbstgemachten Huzuur in Suchbaatar - Danke!
Zwei
Tage genießen wir die enorme Gastfreundschaft von Ochirs Familie, dann machen
wir uns am 25.08. wieder auf den Weg ins "vertraute" Russland. Wir
sind gespannt, was uns bei dieser Einreise so alles erwartet...
Die Grenze
Die
Ausreise aus der Mongolei verläuft eigentlich problemlos. Wenn da nicht die
dezent chaotische Organisation am Zoll wäre.
Nach
dem erfolgreichen Ausfüllen der "Depature-Card" und Abstempeln der
Pässe, sagt man uns nur, wir sollten jetzt zum Zoll. Wo der ist sagt keiner und
wir sausen mit den Motos ein Häuschen zuweit. Also wieder retour, wo wir zu
zwei Damen an einem Schalter gestellt werden. Die essen aber gerade und
schicken Carsten (Alex wartet bei den Motos) mal eine Etage höher. Hier ist
aber niemand...
Als
dann doch eine Beamtin auftaucht, fragt sie zuerst, warum wir nicht in dem Buch
der Einreise vom 17.07. stehen. Keine Ahnung, ist ja schließlich nicht unser Job.
Dann
bemerkt sie leicht entnervt, wieso wir nicht unten bei den zwei Damen am Zoll
waren. Die ist witzig - weil Carsten von denen hier hoch geschickt wurde.
Auf
dem Weg nach unten rückt sie ein kleines Zettelchen heraus und bittet recht
forsch um das Ausfüllen. Gerne, wenn sie mir die vielen kyrillischen Buchstaben
aus dem Mongolischen übersetzt...
Sie
machts dann selber und fragt in ihrer entzückenden Art nach den Daten der
Motos.
Die,
jetzt nicht mehr essende, Zollbeamtin, die sie dann zu unseren Motorrädern
schickt, gibt sich dann mit einem Blick in einen Koffen zufrieden und wir
dürfen, bestückt mit dem kleinen Zettelchen zum letzten monglischen
Grenzhäuschen weiterfahren.
Dort
herrscht nun ebenfalls dezente Verwirrung, da wir auch hier in dem Einreisebuch
nicht notiert sind. Naja, nach einigen Minuten deutet uns eine der Grenzerinnen
an, daß wir ausreisen dürfen. Na nix wie los!
Kaum
sind wir abgefahren, ruft und pfeift uns schon wieder jemand hinterher - wir
ignorieren es einfach mal und stoppen vor dem ersten russischen Grenzhäuschen.
Hier
geht alles ein wenig geordneter zu und auch jeder weiß, was wo zu tuen ist.
Ohne Schwierigkeiten dringen wir bis zum Zoll vor.
Hier
fragen wir nach der Verlängerung unserer, bis zum 12.09. gültigen Versicherung
und bekommen auch eine neue ausgestellt. Allerdings erst nach der Mittagspause.
Brav
warten wir die eine Stunde und bekommen dann für 729,- RUB pro Motorrad eine
Versicherung und die wichtige Zollerklärung bis zum 11.10. ausgestellt.
Der
Zöllner wirft noch einen Blick in die Koffer, fragt nach Waffen und wir dürfen
endlich weiter.
Alles
geht langsam, aber organisiert und um 15.15 Uhr verlassen wir die Grenzanlage
und machen uns auf den Weg nach Ulan-Ude.
Ulan-Ude
und neue Pläne
In
der burjatischen Hauptstadt werden wir von Eliane herzlich empfangen. Diesemal
ist sie dann auch zu Hause und endlich klappt es, das wir sie einmal persönlich
treffen!
Als
erstes organisieren wir unser Gepäck neu und kämpfen uns auf der Hauptpost
durch die russische Bürokratie. Eigentlich hätten wir gerne einen Karton in dem wir alles zusammen
abschicken würden. Aber die Pappkartons sind nur für den inländischen Postweg
bestimmt und alles darf man ja nun auch nicht verschicken. Eigentlich schade,
denn die Kartons muss man in weisses Leinen einnähen und dann werden die Nähte
hübsch mit Wachs versiegelt. Sieht toll aus, macht aber eine heiden Arbeit.
Also
führen wir der Dame am Schalter unseren Krust vor und alles ( bis auf eine
russ. Militärmütze, ein Andenken von Vladimir aus Cel'Abinsk) wird auf vier
Päckchen aufgeteilt ( diese werden leider nur in langweiliges Packpapier
eingewickelt und verschnürt ) Für jedes Päckchen müssen wir nun einen kleinen
Zollzettel mit dem Inhalt des Paketes in dreifacher Ausfertigung erstellen. Nur
gut, das Eliane dabei ist, denn die Zettel müssen natürlich in Russisch
ausgestellt werden.
Nach
knapp eineinhalb Stunden und ca. 700 Rubel ärmer sind wir dann fertig und
einiges an überflüssigem und nicht benötigtem Kram geht auf die lange Reise
zurück nach Deutschland.
Das
hätten wir besser nicht getan, denn nach einem Besuch am Baikal mit Eliane und
ein paar Freunden von ihr werfen wir unsere Pläne ein wenig durcheinander. Wir
sind von der Faszination des "Vater Baikal" infiziert und
beschließen, den Winter in dem kleinen Dorf 'Maximicha', knapp 250 km nördl.
von 'Ulan-Ude' in einem gemütlichen Holzhaus zu verbringen.
Eliane
und ihre Freunde helfen uns, die nötigen Vorbereitungen für neue Visa und
Haussuche zu treffen.
Wir
bleiben jetzt noch bis zum Ende unseres Visums am 04.10. in Ulan-Ude und wie es
danach weitergeht verraten wir, wenn wir die berühmt, berüchtigte russische
Bürokratie erneut durchlaufen haben...
Tja, Pläne sind dazu da, daß man sie ändert!