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 von Ulan-Baatar nach Ulan-Ude, km 18335 - 18935

Weltreiseberichte Feb. - Okt. 2005

km 18335 - 18935 (rechnerisch, da Tachos defekt)

Über eine Woche vebringen wir in Ulan-Baatar, ehe wir uns wieder auf den Weg zu Ochirs Familie in Suchbaatar machen.

Zehn Tage in der wir ein paar neue und alte Gesichter treffen - Lars aus Freiburg ist unplanmäßig ebenfalls mit seiner "BMW-Kuh Resi" hier eingetroffen und Barbara und Dalbir sind auf dem Weg über China nach Singapur mit ihrer Honda 'Dominator' hier gelandet. Auch Katrin und Juni - Suzuki DR und KTM LC4 - lernen wir kurz kennen. Die beiden haben leider etwas Pech, denn die KTM hat bereits den zweiten Motorschaden erlitten. ( Wir wünschen Euch mehr Glück, auf der Weiterreise! )

Eigentlich wollten wir die recht dreckige Großstadt am 20.08. verlassen, aber Dalbir hat einen sehr guten "Khoomei"-Sänger kennengelernt, der uns gerne eine kleine "Privatvorstellung" geben will und uns ein wenig über die faszinierende Gesangstechnik der Mongolen erzählen wird. ( "Khoomei" ist ein Kehlkopfgesang, teilweise mehrstimmig und hört sich fantastisch an. )

Diese einmalige Gelegenheit möchten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so bleiben wir also noch bis zum 22.08.

Zu erledigen haben wir eigentlich nichts mehr und wir nutzen wir die zusätzlichen zwei Tage um unsere Emails mal wieder gründlich zu pflegen, lassen ein wenig die Seele baumeln und besuchen noch das "Gandan Kloster".

Hier steht ein fast 26 m hoher, vergoldeter Buddha in einem Tempel. Der sieht wirklich beeindruckend aus, darf aber nur gegen eine relativ hohe Gebühr fotografiert oder gefilmt werden, also lassen wir's. Der Rest der Klosteranlage ist auch ganz nett und wir begnügen uns mit dessen näherer Betrachtung.

Der letzte Abend wird dann wirklich Klasse! Um 21.00 sind Dalbir, Barbara und wir mit dem, anscheinend sehr bekannten, "Khoomei"-Künstler verabredet. Der 25-jährige Sänger kommt auch "mongolisch pünktlich" um 23.00 und führt uns in seine Gardarobe im Theater.

Dort schnappt er sich seine Pferdekopf-Geige, wir bauen unsere Kameras auf und er führt uns erst einmal die verschiedenen Stile dieser ungewöhnlichen Gesangstechnik vor, bevor er noch sein Lieblingslied und ein wenig Gesang ohne Instrument zum Besten gibt.

Seine englischsprechende Freundin dolmetscht und so lernen wir einiges und lauschen gespannt seinen Künsten. Ein toller Abend und das Warten hat sich mehr als gelohnt!

Am 22.08. verlassen wir dann endgültig die schnell wachsende Millionenstadt und sind froh, nach wenigen Kilometern endlich wieder saubere Luft atmen zu können.

Ulan-Baatar wächst ständig, überall wird gebaut und ein Mongole, den wir in einem Imbiss trafen und der die Stadt vor zehn Jahren das letzte Mal besucht hat, war sehr überrascht. Heute hätte man hier nicht einmal mehr Platz zum Spucken - dabei tun dies die Mongolen für ihr Leben gerne...

Ochir empfängt uns mit seinen köstlichen selbstgemachten Huzuur in Suchbaatar - Danke!

Zwei Tage genießen wir die enorme Gastfreundschaft von Ochirs Familie, dann machen wir uns am 25.08. wieder auf den Weg ins "vertraute" Russland. Wir sind gespannt, was uns bei dieser Einreise so alles erwartet...

Die Grenze

Die Ausreise aus der Mongolei verläuft eigentlich problemlos. Wenn da nicht die dezent chaotische Organisation am Zoll wäre.

Nach dem erfolgreichen Ausfüllen der "Depature-Card" und Abstempeln der Pässe, sagt man uns nur, wir sollten jetzt zum Zoll. Wo der ist sagt keiner und wir sausen mit den Motos ein Häuschen zuweit. Also wieder retour, wo wir zu zwei Damen an einem Schalter gestellt werden. Die essen aber gerade und schicken Carsten (Alex wartet bei den Motos) mal eine Etage höher. Hier ist aber niemand...

Als dann doch eine Beamtin auftaucht, fragt sie zuerst, warum wir nicht in dem Buch der Einreise vom 17.07. stehen. Keine Ahnung, ist ja schließlich nicht unser Job.

Dann bemerkt sie leicht entnervt, wieso wir nicht unten bei den zwei Damen am Zoll waren. Die ist witzig - weil Carsten von denen hier hoch geschickt wurde.

Auf dem Weg nach unten rückt sie ein kleines Zettelchen heraus und bittet recht forsch um das Ausfüllen. Gerne, wenn sie mir die vielen kyrillischen Buchstaben aus dem Mongolischen übersetzt...

Sie machts dann selber und fragt in ihrer entzückenden Art nach den Daten der Motos.

Die, jetzt nicht mehr essende, Zollbeamtin, die sie dann zu unseren Motorrädern schickt, gibt sich dann mit einem Blick in einen Koffen zufrieden und wir dürfen, bestückt mit dem kleinen Zettelchen zum letzten monglischen Grenzhäuschen weiterfahren.

Dort herrscht nun ebenfalls dezente Verwirrung, da wir auch hier in dem Einreisebuch nicht notiert sind. Naja, nach einigen Minuten deutet uns eine der Grenzerinnen an, daß wir ausreisen dürfen. Na nix wie los!

Kaum sind wir abgefahren, ruft und pfeift uns schon wieder jemand hinterher - wir ignorieren es einfach mal und stoppen vor dem ersten russischen Grenzhäuschen.

Hier geht alles ein wenig geordneter zu und auch jeder weiß, was wo zu tuen ist. Ohne Schwierigkeiten dringen wir bis zum Zoll vor.

Hier fragen wir nach der Verlängerung unserer, bis zum 12.09. gültigen Versicherung und bekommen auch eine neue ausgestellt. Allerdings erst nach der Mittagspause.

Brav warten wir die eine Stunde und bekommen dann für 729,- RUB pro Motorrad eine Versicherung und die wichtige Zollerklärung bis zum 11.10. ausgestellt.

Der Zöllner wirft noch einen Blick in die Koffer, fragt nach Waffen und wir dürfen endlich weiter.

Alles geht langsam, aber organisiert und um 15.15 Uhr verlassen wir die Grenzanlage und machen uns auf den Weg nach Ulan-Ude.

Ulan-Ude und neue Pläne

In der burjatischen Hauptstadt werden wir von Eliane herzlich empfangen. Diesemal ist sie dann auch zu Hause und endlich klappt es, das wir sie einmal persönlich treffen!

Als erstes organisieren wir unser Gepäck neu und kämpfen uns auf der Hauptpost durch die russische Bürokratie. Eigentlich hätten wir gerne einen Karton in dem wir alles zusammen abschicken würden. Aber die Pappkartons sind nur für den inländischen Postweg bestimmt und alles darf man ja nun auch nicht verschicken. Eigentlich schade, denn die Kartons muss man in weisses Leinen einnähen und dann werden die Nähte hübsch mit Wachs versiegelt. Sieht toll aus, macht aber eine heiden Arbeit.

Also führen wir der Dame am Schalter unseren Krust vor und alles ( bis auf eine russ. Militärmütze, ein Andenken von Vladimir aus Cel'Abinsk) wird auf vier Päckchen aufgeteilt ( diese werden leider nur in langweiliges Packpapier eingewickelt und verschnürt ) Für jedes Päckchen müssen wir nun einen kleinen Zollzettel mit dem Inhalt des Paketes in dreifacher Ausfertigung erstellen. Nur gut, das Eliane dabei ist, denn die Zettel müssen natürlich in Russisch ausgestellt werden.

Nach knapp eineinhalb Stunden und ca. 700 Rubel ärmer sind wir dann fertig und einiges an überflüssigem und nicht benötigtem Kram geht auf die lange Reise zurück nach Deutschland.

Das hätten wir besser nicht getan, denn nach einem Besuch am Baikal mit Eliane und ein paar Freunden von ihr werfen wir unsere Pläne ein wenig durcheinander. Wir sind von der Faszination des "Vater Baikal" infiziert und beschließen, den Winter in dem kleinen Dorf 'Maximicha', knapp 250 km nördl. von 'Ulan-Ude' in einem gemütlichen Holzhaus zu verbringen.

Eliane und ihre Freunde helfen uns, die nötigen Vorbereitungen für neue Visa und Haussuche zu treffen.

Wir bleiben jetzt noch bis zum Ende unseres Visums am 04.10. in Ulan-Ude und wie es danach weitergeht verraten wir, wenn wir die berühmt, berüchtigte russische Bürokratie erneut durchlaufen haben...

Tja, Pläne sind dazu da, daß man sie ändert!



 
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